hatr.org I

Gendercamp Hüll, 13. bis 15. Mai 2011
Session hatr.org I
Samstag, 14. Mai, ca.12:15-ca. 13:15

was ist Hatr?
Entstand nach dem Vorbild eines amerikanischen Blogs; Ziel: “monetize the hate”
wer macht mit: queer-feministische Blogs, antirassisstische Blogs, ein Wissenschaftsblog
wie funktioniert es : Bookmarklet für blogspot, Formular, WP-Plugin
Eingereichte Kommentare werden vom Hatr-Team vor der VÖ bearbeitet (z.b. klarnamen entfernt)
Fragen (werden teilweise erst am Sonntag bearbeitet):

  • Kriterien der redaktionellen Bearbeitung?
  • wer entscheidet, wo das Geld hingeht?
  • Wie reagieren die Trolle?

Einstiegsfrage: Wie fühlt es sich an?
Die Heftigkeit der Trollerei ist belastend, auch wenn man nicht das eigentliche Opfer ist
großer Umfang, aber z.B. ein Stalker ist ein größeres Problem; hatr ist praktisch; Kommentare beantworten macht viel Arbeit, hatr ist toll, weil es den Müll aus dem Blog bringt und noch etwas damit angefangen werden kann.

Reaktionen
Die Reaktion hat die hatr-Initiator_innen überrascht; es gab großes Echo über Onlinemedien hinaus, auch in Holzmedien. Es steht die Frage im Raum: warum bekommt hatr Aufmerksamkeit, aber nicht das “eigentliche” feministische Bloggen?

  • hatr paßt in ein mediales Beutschema und ist einfacher zu vermitteln als z.B. feministische Blogprojekte
  • Onlinejournalist_innen kennen das Problem
  • man muß sich bei hatr nicht mit den Inhalten auseinandersetzen
  • daß die Kommentare bei hatr scheiße sind, ist konsensfähig
  • Wie können wir die Aufmerksamkeit von hatr.org auf die Blogs zurücklenken?
  • Warum sollte ich mir das eigentlich angucken?

Problem: Facepalmen – Hater entwickeln Ehrgeiz, möglichst viele Facepalms zu ernten
Wäre das in den Griff zu bekommen, indem gar keine Namen mehr veröffentlicht zu werden? Das würde den Kontext noch mehr wegnehmen und identitätsstiftende Wirkung sowie wieder
 - wird am Sonntag weiter diskutiert

Trollreaktionen

  • Trolle haben sehr schnell erwogen, rechtlich dagegen vorzugehen; erster Impuls bei Maskulisten war: rausfinden, wer dahinter steckt
  • Eskalation (wer steigt am höchsten im Hatr-Ranking)
  • Fall eines 14jährigen, der hatr kritisch erwähnt hat und auf einmal in einer Reihe mit Antifeministen/Maskulisten genannt
  • hatr ist ein “gutes Feindbild”, könnte damit Beschuß von maedchenmannschaft & Co. ablenken.
  • von Maskus erwogene Strategien: Totschweigen und ignorieren? Gegenprojekt starten?

“Wir haben da ein bißchen ins Bienennest gestochen”
Interessant, wem das zugeschrieben wird: geschlechtsspezifische Verortung; beteiligte Männer werden als “lila Pudel” identifiziert

Impressumsproblematik:
Impressumspflicht vs. Angst vor “Hausbesuchen”
Lösung: das ABC steht im Impressum

Wie explizit muß man sich mit “denen” auseinandersetzen?
In der Presse könnte es so wirken, als ginge es den Feministinnen darum, Antifeministen zu bekämpfen; es gerät damit ein wenig aus dem Blick, womit sich feministische Blogs eigentlich befassen, wo die eigentlichen Konfliktlinien sind.
Inwiefern sind die Kommentare die Spitze des Eisbergs und nicht der alltägliche Antifeminismus?
Das hatr-Team versucht Abwechslung hereinzubringen: ältere und neuere, längere und kürzere Posts; gefiltert wird nicht, sondern nur sortiert

Verlieren die Sachen ihre Brisanz, indem sie aus dem Kontext gerissen werden? Leidet unter hatr die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Kommentaren?

  • Die Option “inhaltliche Auseinandersetzung” ist ja weiterhin gegeben, aber es gibt Kommentare, die über die Schmerzgrenze gehen und wo mensch die inhaltliche Auseinandersetzung als zwecklos empfindet
  • In fast allen Kommentaren, die auf hatr landen, wird eine Hierarchie aufgemacht, Trolle stellen sich über die, die sie da kommentieren
  • hatr hat eine Rückwirkung auf das Diskussionsklima in den Blogs. Die üble Scheiße wird sichtbar, und man überlegt sich eher, wie überspitzt, sarkastisch und provokant Kommentare formuliert werden

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