Archiv für den Monat: Mai 2011

Feedback

In der Abschlussrunde genanntes Feedback zum GenderCamp 2011:

– Zimmer, Haus, Essen super…
- Konversationshach war schöne Methode für Einstieg und Kennenlernen… Ggf. Zweite Runde am Samstag, ggf. kleinere Runden
- Orgateam hat gute Vorbereitungsarbeit geleistet

– zu sehr Norddeutschlandlastige Veranstaltung. Schwer erreichbar für Leute von weiter weg… Schön wäre, wenn auch dezentral im Süden Treffen organisiert werden könnte. Lösung wäre: mehr GenderCamps! – Sprache im Einladungsschreiben verbesserungswürdig (verständlicher, andere Sprachen?)

– Selbstorganisieren der Sessions hat gut geklappt
- Neue Ideen, Denkansätze – Mut zu anderthalbstündigen Blöcken und mehr Parallelität würde Intensität des Programms erhöhen

-Redeverhalten: verpflichtende Sessions zum Redeverhalten? Theaterstück/Szenische Form: Deutlichen machen für problematisches Redeverhalten
- Auseinandersetzungen zu Problemen positiv: Mut zur Entwicklung

>>> Weiteres Feedback darf – sehr gerne – in den Kommentaren hinterlassen werden.

Postprivacy und Privilegien

Was ist Postprivacy (PP) überhaupt?
- auch die Datenschutzkritische Spackeria hat keine einheitliche Defintion dazu https://spackeria.wordpress.com/
- ist PP Zustandsbeschreibung oder Zukunftsvision?
- PP-These: Es gibt keine Kontrolle mehr über die Daten, die über eine gesammelt werden, deswegen sind Konzepte wie Datenschutz nicht mehr möglich
- was steckt dahinter?
* Datenexibitionismus rechtfertigen (eigenen oder aus kommerziellem Interesse)
* gesellschaftliche Probleme machen das Veröffentlichen von Daten zum Problem (z.B. Diskriminierung)
- These von @plomlompom: Wenn der Datenschutz wegfällt hilft das bei der Bearbeitung gesellschaftlicher Probleme weil der Machtfaktor Wissen wegfällt; mehr Information/mehr Öffentlichkeit könnte helfen, Diskrimierung zu bekämpfen
* z.B. wäre ein Outing mehr möglich und es wäre sichtbar, dass ALLE etwas haben, womit sie geoutet werden können- wenn alle alles wissen – kann man auch nichts mehr ausnutzen?

- Jede_r kann selbst entscheiden, was sie veröffentlicht? – aber wie bewusst gehen die Leute tatsächlich damit um? Und was ist mit dem Verhalten von anderen, die Daten, Fotos usw. von mir veröffentlichen? #kontrollverlust
-  Datenschludern als Kontrollgewinn: Ich entscheide über mein Bild von mir in der Öffentlichkeit
-  Was bedeutet Privatsphäre in einer befreiteren Gesellschaft?

Daten & Datenschutz
- Was sind eigentlich Daten?
- Sammeln und Auswerten von Daten ist Machtposition: Kontrolle ist Illussion, aber es gehören technische Ressourcen dazu, auf die Daten zugreifen zu können und sie gegen Personen zu verwenden.
- Paradox des staatlichen Datenschutzes: Nutzt Daten um zu regieren und behauptet, Daten zu schützen gegenüber Dritten.
- Datenschutz als Erzwingungsmechanismus: Wann sind Daten meine Privatssphäre, wer kontrolliert Datenflüsse und trägt die Kosten?- Datenschutz als Placebo? > stattdessen lieber starke Kryptographie benutzen

Wer kann sich PP als Praxis erlauben?

- individualsitische Herangehensweise bzw Annahme, dass wir alle als gleiche freie Subjekte ans Internet rangehen und dort unsere Daten preisgeben oder auch nicht? zb Ressourcen wie Zeit, Wissen 

- Privilegien werden in der PP Diskussion nur zum Teil mitgedacht, es gibt Forderungen wie das Grundeinkommen oder ein anderes Bildungssystem, jedoch stehen diese nicht im Vordergrund- Auch Unterschiede hinsichtlich der Sanktionen, die Personen zu erwarten haben; z.B. staatliche Repression
- individualistisches “nur die die wollen/können machen PP” ist keine Perspektive, denn wer nichts veröffentlicht, macht sich dann verdächtig

– PP eröffnet interessante Perspektive: Wir wollen, dass Menschen ehrlich sein können
- Postprivacy müsste darum gehen, die Differenz, die verschiedenen Arten von Daten rauszurücken zu markieren.
-  PP ist einfach nicht radikal. Datenoffenlegen machen alle. Wenn wir PP in den Mund nehmen müssen wir Sexismus, Rassismus und Kapitalismus als Strukturen in den Mund nehmen, die verhindern, dass wir Daten preisgeben

–  was fehlt: Solidarität und Emanzipation als Perspektive in der PP Debatte mehr über VerwertungsINTERESSEN diskutieren: Über wen gibt es Daten, was wird erhoben?# Lieber gegen Interessan als gegen Leute, die ihre Daten schützen kämpfen

Versionskontrolle mit GIT

GIT ist ein verteiltes Versionsverwaltungssystem: “Eine Versionsverwaltung ist ein System, das zur Erfassung von Änderungen an Dokumenten oder Dateien verwendet wird. Alle Versionen werden in einem Archiv mit Zeitstempel und Benutzerkennung gesichert und können später wiederhergestellt werden.” http://de.wikipedia.org/wiki/Versionskontrolle

### Links zu GIT
Runterladen und installieren: http://git-scm.com
Zur Info: http://en.wikipedia.org/wiki/Git_(software)
Git Magic auf Deutsch: http://gitmagic.lordofbikes.de/
Pro Git (Englisch): http://progit.org/book/
http://github.com
http://help.github.com

weitere Tipps:
Google TechTalk mit Linus Thorvalds  
Git Cheat Sheet  

### Wozu ist es gut?
- wird bei der Softwareentwicklung eingesetzt, taugt aber auch für andere Einsatzzwecke, z.B. beim Texte schreiben
- es ermöglicht, den Stand der Arbeit für sich nachzuvolleziehen
- dient als remote repository auf einem Server als Backup
- hilft dabei, mit anderen zusammenarbeiten

– wird mit dem Terminal benutzt
- oder alternativ GitX (für OSX) als graphische Oberfläche oder andere graphische Git-Programme

### Erste Befehle

mkdir meinrepo
cd meinerepo
git init
touch meinedatei.txt
git add meinedatei.txt
git commit -m “meinedatei.txt hinzugefügt”

git log
git status
git branch

IRC Channel #gendercamp

Schon seit dem ersten Gendercamp gibt es einen IRC Channel – also einen Gruppenchat der Gendercamper_innen. Da ist mal mehr, mal weniger los. Schaut mal vorbei, und zwar auf:
chat.indymedia.org
im Raum #gendercamp

1. Im Browser chat.indymedia.org aufrufen.
2. Spitzname eintragen
3. Unter Zusätzliche Channels (‘,’-getrennt): gendercamp eintragen (unten ist eine Liste von Chats, per default ist #indymedia angeklickt, da könnt ihr das Häckchen wegmachen, wenn ihr wollt. Sonst landet ihr auch in diesem Chat.)
4. auf den Chat Button klicken, los geht’s

IRC lässt sich auch mit Clients benutzen. Auf dem Mac funktioniert IRC mit Adium, ein spezieller IRC Client ist Colloquy
Bei Adium funktioniert das einloggen wie folgt:
1. Im Menü unter Ablage > Neues Konto hinzufügen > IRC2. Nick eintragen. Als Host nehmt ihr chat.indymedia.org, Passwort freilassen
3. Unter Einstellungen /join #gendercamp in das große Feld eintragen

Mit einfachen Befehlen wie /nick oder /join könnt ihr im IRC z.B. den Nickname ändern oder einem anderen Raum beitreten. Eine Übersicht findet ihr auf http://www.irc-mania.de/?go=ircbefehle
Wir sehen uns im IRC

Gesellschaftsformen der Zukunft im Weltall

Gesellschaftsformen der Zukunft im Weltall
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Einleitung:
- Projekt “500 Tage”
– Vorbereitung zum Mars-Flug
– Gruppe in einem Raum

– Überflussgesellschaft (Star Trek)
– Zugang zu Wissen und Grundnahrungsmitteln
– “Untergeordnete Berufe” (Putzen) entfallen

These: “Es geht nicht vorwärts”
- Rassismus, Terror und Sexismus werden zu unserer Lebenszeit nicht mehr gelöst werden
- Seit 60 Jahren ist in unserer Gesellschaft eine positive Entwicklung festzustellen
- Aus der “fortlaufenden Postmoderne” heraus und Ideen für eine sinnvolle Zukunft formulieren
- Weg von alternativlos -> Wo sind die Gegenvorschläge hin?

Frage: “Erst Kommunismus oder Weltraum?”
- löst Depressionen aus
- JETZT über eine neue Gesellschaft nachdenken, damit wir die jetzigen Probleme nicht mit in den Weltraum schleppen
- Grundstein für die Zukunft legen

Vorraussetzung: Weltumspannendes Datennetz (ursprünglich als positive Utopie)
- besserer Zugang zu Wissen
- schnellere Kommunikation -> Völkeraustausch
- mehr politische Integration -> Nähe des Volks zum Staat
- jeder ist Empfänger und Sender
- Privilegiertenbildung: Internet ist nicht für jeden verfügbar
- viel wichtiger: Lesen und Schreiben lehren/lernen (mittels Zwang und Aufzeigen für eine bessere Zukunft)

Gedankenexperiment Generationenschiffe (isolierte Reise)
- Idee des Ziels muss über mehrere Generationen erhalten bleiben
- kritisch: Initiatorgeneration bestimmt die Zukunft der Zielgeneration
- Zivilationszusammenbruch mit primitiven Menschen als Folge
- was ist wichtiger: bewahren, was man hat oder geht man das Risiko ein, dass zukünftige Generationen daraus etwas anderes machen
- technische Lösungen: – das Schiff kann nicht umkehren
– Stasis
- Zerschlagung der Crew in Fraktionen
- (SciFi der 1970er und 80er) Rückfall der Gesellschaftsform: Initiatorgeneration “Marxismus” -> Zielgeneration “Förderalistisch”
- Bei relativen Idealzuständen kann eine Bedrohung von außen vorkommen

Fazit: Bevor eine neue Gesellschaftsform entwickelt und etabliert wird, muss erst die Grundlage in Form von Bildung (Lesen und Schreiben) beigebracht werden.

„Offener Workshop zu Offenen Beziehungen“ – Polyamory (Samstag)

„Offener Workshop zu Offenen Beziehungen“ – Polyamory
#Gendercamp

Eingangsfrage:

„Wer hat schon einmal in einer offenen Beziehung gelebt?“

Brainstorming auf Karten

„Welche Poly-Beziehungsformen gibt es?“
Anmerkung: Polyamory und offenen Beziehungen sind nicht zwangsläufig das gleiche!

Verschiedene Stimmen zu offenen und/oder Polybeziehungen

-       Mögliche Probleme in offenen Beziehungen:
-      >> Unterschiedliche Definitionen von „offenen Beziehungen“
-      >> Eifersucht

-       Kritik: „Überheblichkeit“ von Menschen, die in polyamorösen Beziehungen – sie leben in der „besseren“ Beziehungsform

-       Totschlagargument: gesellschaftlich betrachtet ist die monogame Beziehung die „Königsdisziplin“, frei nach dem Motto: „Mensch muss nur den_die richtige_n Partner_in finden, dann lebt mensch auch monogam (hetero…)“

-       Warum werden Beziehungen erst dann zu Beziehungen, wenn alle involvierten Partner_innen Sex haben? >> Konstruierter Dualismus zwischen Beziehung und Freundschaft

-       „Ich kann mir nicht vorstellen, in einer nicht-monogamen Beziehung zu leben, knüpfe Beziehungen aber nicht daran, dass sie sexuell exklusiv ist“

-       Ich möchte Monogamie verstehen.“

-       Es gibt nicht eine Art von Liebe; Gefühle können unterschiedlich sein

-       Zeitmanagement – wie kann ich allen Menschen gerecht werden?

-       Wie gestalten sich Poly-Beziehungen?
-       Eine „Erstbeziehung“ oder sind alle Beziehungen gleichberechtigt?
-       Verschiedenen Varianten: Exklusive Liebesbeziehungen, exklusive Sexbeziehungen
-       Unterschiedliche Menschen in Beziehungen füllen unterschiedliche Nischen“


Brainstorming Auswertung

Vier Stimmen zu der Frage: „Welche Poly-Beziehungsformen gibt es?“

„Zweier-Paarbeziehung in der beide Partner_innen außerhalb der Beziehung andere sexuelle Beziehungen führen“

„Freie Liebe Hippies“

„Drei und mehr“

„Polynetzwerke – freie Vereinbarungen“

Literaturempfehlungen

Oliver Schott: „Lob der Offenen Beziehung“
Dossie Easton, Jenny W. Hardy: „The Ethical Slut“
Thomas Schrödter, Christine Vetter: „Polymory – eine Erinnerung

hachr.org

- Sammelplattform für hach-Netzfundstücke
- Logo wird eine rosa Katze mit hatr-h
- wir machen ein tumblog auf soup.io (hachr.soup.io) und legen das auf
die Domain
- evtl. über Mail-In via posterous
- soll möglichst auf existierenden Tools basieren
- evtl. ein zweites Frontend basierend auf tags
- hatr.org-Vorschaltseite/Trigger-Warnung, bei “Nein” gehts auf hachr
- sv versucht sich am Design der Katze
- flattr-Button geht auch bei soup, und likes (können die renamed werden)
- yetzt richtet ne Mailingliste ein