Queer Speed Hating

Queer  Speed  Hating
[ 14.05.2011, Teilnehmer_innen: 10 ; Ort: Theaterraum ]                

Begriffserklärung:
„Hates“ = Aussagen, die als angreifend oder grenzüberschreitend eingestuft werden
 
Einleitung:
Jede_r kennt Situationen, in denen man Sätze an den Kopf geworfen bekommen hat und zu gerne das richtige Argument parat gehabt hätte. Um das zu trainieren, gibt es das Queer Speed Hating!
 
Queer deshalb, weil darauf geachtet wird, dass das Hating nach dem Konsensprinzip abläuft und sich die Hates schwerpunktmäßig anti-feministisch, anti-queer oder sexistisch sind.
 
Aufbau:
fünf separate Plätze an denen jeweils gehatet wird! Kreisförmig angeordnet!
 
Die Plätze sind jeweils ausgestattet mit leeren  Zetteln, Permanentmarkern und mit zwei roten Stoppkarten.
 
Anmerkung: jede_r Teilnehmer_in erhält eine Stoppkarte, die die Funktion eines Timeouts erfüllt. Sie können wortlos  gezogen werden, wenn Situationen als zu persönlich oder unangenehm empfunden werden.
 
gemeinsame Vorbereitung:
gemeinschaftliche Erstellung von Hates:
jede_r hat die Chance Hates anonym auf den Zetteln zu verfassen. Die Hates werden eingesammelt und dann auf den unterschiedlichen Plätzen verteilt.
 
Ablauf:
1.       Hating-Runde 1
2.       ausführliches Problem-Brainstorming
3.       Hating-Runde 2
4.       Ergänzendes Problem-Brainstorming
5.       Hating-Runde 3
6.       Argumente/Tricks/Lösungen + Buchtipp!
 
Hating-Runden:
Es werden abwechselnd Hates gezogen und dem/der anderen vorgeworfen. Aufgabe ist es sinnvoll zu argumentieren und den Hate (ohne gegenhaten) auseinander zu nehmen!
Nach einer absolvierten Hating-Runde wechseln die Teilnehmer_innen nach links, sowohl innen sitzend als auch außen sitzend im Kreis! Eine Hating-Runde dauert 5-10 Minuten.
 
Gemeinsame Ergebnisse beim Problembrainstorming:
▪ Abgrenzung
- Beendung/ Rückzug
▪ Widersprüche bei Weltbildern
▪ Hates nicht vs. Hates
▪ Männer – Frau (binäres Geschlechtersystem)
▪ Verallgemeinerung „Ihr“ vs „Wir“
   –> mitmachen müssen zum Teil
▪ zu viele Kategorien
 
Gemeinsame Ergebnisse bei Argumente/Tricks/Lösungen:
▪ Hates in Einzelteile brechen (wer sind „wir“/„ihr“. Was ist falsch an…?)
▪  klar machen, dass eine Verallgemeinerung vorliegt
▪ vom richtigen / passenden Wissensstand abholen
   –> Verschreckung meiden
   –> „kurzfristig annehmen“ –> vorsichtig & sensibel aufnehmen und zuhören
▪ Persönliche Gegenbeispiele bringen
▪ informieren, dass das Argument nicht in Ordnung ist
  –> vllt. Persönliches Empfinden zum Argument äußeren
▪ Statistiken / Studien mit anführen, wenn bekannt
  –> wichtig: nach Quellen fragen
 
Buchtipp: „Wie man mit Fundamentalisten diskutiert ohne den Verstand zu verlieren“ Hubert Schleichert (ISBN: 978-3406421440)
 
Zum Abschluss unsere gesammelten Hates:
▪ „Feministin?? Ach Lesbe meinst du!“
▪ „Junge, „Blume im Haar“. Ist doch voll schwul!“
▪ „Du kannst *Sprache* nicht richtig.“
▪ „Feminismus ist doch schon längst überflüssig. Dir ist nur langweilig und du suchst bzw. machst dir deine Probleme selbst.“
▪ „Du darfst nicht alles so Ernst nehmen! Du musst mal Spaß verstehen!“
▪ „Männer können keine Feministinnen!“
▪ „Ihr seid ja alle Männerhasser!“
▪ „Frauen werden heute eh schon überall bevorzugt. Und keine/r spricht über die Benachteiligung der Männer.“
▪ „Frauenräume erhalten eine Selbstviktimisierung aufrecht.“
▪ „FLT* ist auch diskriminierend“
▪ „Auf Frauenpartys gehen doch eh nur Lesben“
▪ „Ich bin ja keine Lesbe, um mit „männlichen“ Frauen auszugehen.“
▪ „Du bist *geh*behindert, also kannst du halt nicht mitlaufen (Demo, etc.)“
▪ „Reaktion auf (neue) Kurzhaarfrisur bei ♀: Ich dachte du wärst eher so der feminine Typ“
▪ „Hallo schöne Frau/schöner Mann/schöner Mensch!“
▪ „Feminismus ist doch auch nur eine Ideologie“
 
<3

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