Archiv für den Monat: Mai 2012

„Ich bin keine Feministin, aber …“

* Vorstellung einer Masterarbeit
* Fragestellung
* Entstehung des Grundgesetzes im parlamentarischen Rat: Prozess des
Artikels zur Geschlechtergleichheit; Lächerlichmachung im
parlamentarischen Rat
* Alltagserfahrung Gespräche über Sexismus und Feminismus,
Barrieren, Reizwörter (Patriarchat)
* => Abwertung feministischer Positionen in Diskursen
* Anderer Aspekt: Junge Frauen die sich als nicht-feministisch
positionieren
* Unverständlich aus einer Eigennutzperspektive
* Überlegung: Besteht Zusammenhang zwischen diesen beiden Punkten
(Abwertung und Abwicklung)
* Nicht Thema sind antifeministische Akteure
* Theoretiker_innen und Konzepte
* Abwertung
* Diskursanalyse (Wie darüber in überregionalen Zeitungen
gesprochen wird) aus den 1990er Jahren von Simon Möller „political
correctness“ und „sexual correctness“ (sexual correctness ist
Unterkategorie von political correctness, Bereich sexuelle
Belästigung); These: Impulse dezidiert antifeministischer Akteur_innen,
die von Medien unkritisch übernommen werden. Diese Übernahme und
Verbreitung ist das eigentliche Problem. Beispiel: College hat sich ein
sc-Regelset entwickelt (ähnlich zu heutiger Defmacht), das von Medien
als aufoktroyiertes, faschistisches System verhandelt wird. Alle großen
überregionalen Magazine übernehmen diese Positionierung.
* Susan Faludi: Backlash-Theorie; Widerstände gegen Feminismus
treten in Wellen auf, und zwar als Reaktion auf den gesellschaftlichen
Stand von Frauenbewegungen. Diese Widerstände haben das Potential,
Frauenbewegungen ernsthaft einzudämmen. Beispiele: Verbreitung
antifeministischer Mythen wie jenes, dass Frauen unter Feminismus
leiden; homogenisierende Darstellung von Feminismus. Popkulturelle
Analyse. Kritik wirft dem Ansatz eine Vereinfachung gesellschaftlicher
Kämpfe und Machtverhältnisse vor.
* Abwicklung
* Angela McRobbie: Top Girls; Feminismus wird musealisiert,
archiviert – „undoing“. Aktuell neuer, neoliberaler Geschlechervertrag:
Dank feministischer Fortschritte können Frauen an der Gesellschaft
teilhaben, allerdings nur über Erwerbsarbeit und Konsum, über Leistung.
Weitere Bedingung: Auf Feminismus verzichten. Die politischen
Errungenschaften aus der Vergangenheit werden teilweise übernommen,
aber vom politischen Hintergrund (Feminismus) bereinigt; Betrachtung,
dass Errungenschaften auch wieder verloren gehen („ironischer
Sexismus“, antirassistische Errungenschaften: white washing);
Postfeministische Störungen (Esskrankheiten, Depressionen): „Es scheint
im Moment verlockender für Frauen zu sein, krank zu sein, statt
Feministin“; Homosexualität ist zwar möglich, verschwindet aber aus dem
offenen vorgestellten Möglichkeitenkatalog.
* Arbeit
* Genannte Konzepte scheinen gut geeignet um individuelle Ablehnung
von Feminismus zu erklären
* Konzepte sind alle aus den 1990ern, Netz, Slutwalks, LaDIY-Feste
kommen nicht vor
* Optimistische Sicht?
* Diskussion
* Equalismus ist sanfter Antifeminismus
* Offene Verbote sind verschwunden (Wahl, Universitäten)
* Grenzen sind unsichtbarer geworden (Verteilung von
Reproduktionsarbeit, Kinderbetreuung, wer arbeitet weiter, wer macht
Karriere)
* Stereotype Repräsentation von Feminismus ist wichtiger Bestandteil
der Abwertung von Feminismus
* Geschichte von Frauenbewegungen ist nicht präsent, wird nicht erzählt
* Sexismus zu erkennen muss erlernt werden
* Feminismus als tendenziell linke Form der Gesellschaftskritik, die
vielleicht nicht für alle interessant ist
* Einzelne Aspekte die (auch) Frauen zugute kommen werden als
feministisch bezeichnet (Straw topic): „Grundrente“

Strategisches Einsetzen von Memen

Protokoll einer informellen/ungeplanten Session zu kreativem Reagieren auf sogenannte Kackscheiße und Empowerment durch Lachen mithilfe von visuellen Medien 
(vorkommende Bilder werden beschrieben)

Samstag 19.05. ABC Haupthaus
ca. 8/9 Personen

- Kompensieren von Erlebnissen, die mit diskriminierenden Strukturen in Verbindung stehen, durch gemeinsames Betrachten von Tier(baby)-Fotos/Filmen bzw. GIFs http://de.wikipedia.org/wiki/Graphics_Interchange_Format deren Quelle das Internet darstellt.

- beim Sammeln der persönlichen Tier-Meme-Lieblingen, erweckte vor allem ein GIF Aufmerksamkeit, das vor Ort auf einem Smartphone präsentiert wurde:
die “dafuqqqq-Eule”.

Bild 1
Dafuqqqqq1
Bild 2
Dafuqqqqq2

Zentral ist die Körperbewegung einer Eule, die auf eine Bewegung vor ihr reagiert, indem sie sich aufrichtet (mit einer Verlagerung auf ihre linke Körperhälfte) und den Blick nach unten richtet.
Bevor sie diese Bewegung ausführt sitzt sie mit geradeaus gerichtetem Blick da. Es wurde die Bildunterschrift “o look at that”/”Oh sieh mal” in den unteren Bildteil hinzugefügt. 
In dem Moment, in dem sich vor ihr eine Tür aus Holzlatten beginnt, auf sie zu zubewegen, wechselt der Untertitel auf “da fuqqqq?”

“da fuqqqq?” ist eine Ableitung des Ausrufs “What the fuck?”/”Was soll die Scheiße?”

Das komplette Video, aus dem der Ausschnitt stammt: [youtube http://www.youtube.com/watch?v=EXFlnlrk2zg?wmode=transparent]

Geschichte zum dafuq-Meme (englisch): http://knowyourmeme.com/memes/dafuq

Es wurde festgestellt, dass der Ausruf “da fuqqqq?” geeignet erscheint, um in Situationen zu intervenieren, wenn etwas an Personen herangetragen wird, das überrumpelnd und/oder verletzend ankommt.

Dieses Meme könnte bei Kommunikation im Netz und jenseits davon Anwendungsmöglichkeiten finden.
So zum Beispiel als Möglichkeit, nach einem Vortrag das Filmchen jederzeit kurz einmalig einspielen zu können, wenn es zu bedenklichen Nachfragen aus dem Publikum kommt.

Momente der Ratlosigkeit könnten mithilfe dieser Strategie überwunden werden, in dem eine Aussage mit Hilfe der dafuqqqq-Eule als negativ bewertet wird, ohne dass die ratlose Person selbst etwas sagen muss. 

Allein das Sagen oder Schreiben von “dafuqqqq” könnte genügen, um Ablehnung einer Äußerung gegenüber deutlich zu machen, ohne sofort eine strukturierte Erklärung parat haben zu müssen. 

Nicht dokumentiert: Austausch über Erfahrungen, in denen die Anwesenden die dafuqqqq-Eule gerne strategisch eingesetzt hätten.

Benennen weiterer Bilder (3 Stück), die bei Reflektion einer Situation und dem kritisch-kreativen Reagieren als hilfreich angesehen wurden:
Zwei Figuren, bei denen es vor allem um dominantes Redeverhalten (vgl. Dokumentationen zu Sessions über dominantes Redeverhalten) geht

1) Comment-Man / Kommentar-Mann
Bild 3
Comment-man

Eine aus wenigen Strichen gezeichnete Figur auf der linken Bildseite, steht lächelnd und mit in die Hüfte gestützten Händen da.
Rechts daneben drei Spiegelstriche:
1. Spiegelstrich:  “Knows more on every subject than you do” (Weiß zu jedem Thema mehr als du)

2. Spiegelstrich: “Armed with superior depth of experience” (Bewaffnet mit überlegener Fülle an Erfahrung)

3. Spiegelstrich: “Not afraid to say so” (Hat keine Angst, es zu sagen)

unter den Spiegelstrichen steht in bunter Schrift:
“he is…” (er ist…)
“COMMENT MAN!!!!!” (Kommentar-Mann!!!!!)

Interpretierbar als ein Superheld mit dominanten Redeverhalten als seine Superkraft.

2) Comment-Man 2:
Bild4
As-fast-as-i-can

Eine Landschaft mit zwei Hügeln über die von links nach rechts eine mit wenigen Strichen gezeichnete Figur fliegt. Sie hat den Mund geöffnet und hält in der rechten Hand eine lose Computertastatur und in der linken eine lose Computer-Maus an ihrem Kabel.

In der oberen rechten Bildhälfte steht:
“no shitty comments?!” (keine beschissenen Kommentare?!)
“i’ll be there as fast as i can!” (Ich komme so schnell ich kann!)

Hier kommt der Superheld schnell angeflogen, um der Abwesenheit von beschissenen Kommentaren (im Netz) Abhilfe zu schaffen.

3) The Guy who doesn’t get it / Der Typ, der’s nicht versteht
Bild 5
The-guy-who-doesnt-get-it

Die Überschrift “The Guy who doesn’t get it”  (Der Typ, der’s nicht versteht) steht zweimal unterstrichen über die gesamte Breite des Bildes geschrieben.
Darunter, auf der linken Bildhälfte, eine aus wenigen Strichen gemalte Figur, die steht und bei der ein Arm nach oben und ein Arm nach unten zeigt. Sie hat den Mund geöffnet.
In der rechten Bildhälfte auf Kopfhöhe der Figur steht:
“get WHAT?” (Versteht WAS?)
“what is there to get?” (Was gibt es da zu verstehen?)

Session “Umgang mit schwierigen Marginalisierten-Vertreter_innen” I

Gender Camp 17.05.2012 Session 15:45

marginalisierte Personen, die in mainstreammedien hervorgehoben werden; andere Vertreter:innen marginalisierter Gruppen kommen dann nicht mehr zu Wort
2-3 Beispiele, Welche Strukturen stehen dahinter?

Beispiele:
Necla Kelek & Seyran Ateş

– Positionen gegen das muslimische Patriarchat

Debatte: EInbürgerungstest -> damals wurden diese beiden auch von linken Medien gehypt
Argumente z.B. S.A.: Männer, die gesicherten Aufenthalt in D haben und ihre Frauen schlagen, sollen aufenthaltsrechtliche Sanktionen erfahren

Unterdrückung muslimische Frauen (z.B. häusliche Gewalt) Leitthema -> keine Differenzierung findet statt

rufen d. Staat an gegen muslimische Männer und machen Fronten auf, differenzieren nicht, pauschale Unterstellung: Muslime unterdrücken Frauen
einfache Erzählungen

Peter Tatchell (http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Tatchell)
Menschenrechts- und Gay Rights-Aktivist
Mitglied von Outrage (queere Direct Action-Gruppe)
selbstbez. Antirassist
merkwürdige Sachen:
war anläßlich der Mohammed-Karrikaturen zusammen mit rechten Leuten auf Pro-Redefreiheit-Demo
Gleichsetzung von Muslime = homophob, weiße westliche Menschen = aufgeklärt und freundlich zu nicht-hetero-Menschen, andere Länder = unterdrücken Homosexuelle
besetzt das Feld, in dem gesprochen wird; z.B. afrikanische LBGT-Aktivist_innen werden dann nicht mehr gehört

Jan Feddersen
Kolumnist u.a. bei der taz, vertreten im überregionalen CSD-Magazin
schreibt z.b. über migrantische Gewalt gegen schwule Männer
personell verbunden mit der Magnus-Hirschfeld-Stiftung (genauere Verbindung zur MHS wäre noch herauszubekommen), er taucht in Verbindung mit der MHS seit deren Gründung auf
Magnus-Hirschfeld-Stiftung wurde massiv finanziell unterstützt, während queer studies-Studiengang in Hamburg geschlossen wurde
MHS bezieht sich überhaupt nicht auf Geschichte von trans* und inter*
Schreibt zu vielen Themen, u.a. zu Themen, bei denen er keine Ahnung hat, darf sich sehr breit äußern
auch F. macht Fronten zwischen homosexuellen Deutschen und Migrant_innen auf, bezieht sich dabei auf Kelek und Ateş; bezieht sich auf bereits in der Fragestellung rassistische Studien

es wird nicht mitgedacht, wie die Situation in D ist; deutsche Homophobie wird unter den Teppich gekehrt

Was haben solche Menschen davon, solche Positionen zu vertreten?
– bekommen Aufmerksamkeit
– finanzielle Vorteile (schreiben z.B. Bücher, die sich gut verkaufen)
– sprechen für marginalisierte Personen, die marginalisierten Gruppen sind viel vielfältiger, andere Stimmen erhalten aber keinen Raum, weil es diese Vertreter_innen gibt
– u.a. Förderung von kleinen, radikal(er)en Gruppen Marginalisierter fällt zugunsten größerer, dem Mainstream näherer Gruppen weg

Beispiele:
LSVD vs. GLADT
LSVD hat angefangen, Ressort zu Migration aufzubauen, wurde sehr viel mehr unterstützt (auch finanziell) als GLADT

neben Finanzen:
- wer darf was sagen?
- wer wird wahrgenommen?
- wer wird zu Veranstaltungen als speaker eingeladen / als Sachverständige_r gefragt?

LSBTI* steht drauf, es sind aber oft nur Lesben und Schwule drin

Tokenism: eine marginalisierte Person wird als Botschafter_in für alle ihrer_seiner Gruppe behandelt

Warum werden kleine Verbände nicht gehört? Eine Lösung wäre, daß große Verbände Kompetenzen von kleineren Gruppen abfragen bzw. sich verbünden; dem stehen aber Macht- und finanzielle Interessen entgegen

Staat gibt Gelder, Verbände schicken Vertreter_in, sich dazu zu äußern – WANN darf J.F. für deutsche Schwule sprechen, wann wird er selbst im deutschen Mainstream nicht gehört?
Interesse beim Einbürgerungstest: Migrant_innen deutsche Staatsbürgerschaft zu verwehren
genau in der Zeit, wo diese Stimmen für den Staat aktuell sind, werden Leuten wie J.F. eine Stimme erteilt
“Frauen schützen” wird gerne dann genommen, wenn rassistische Praktiken installiert werden sollen

Literaturempfehlung
Koray Yılmaz-Günay (Hg.): Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre “Muslime versus Schwule”
Bestellbar über seine Website:
http://www.yilmaz-gunay.de/

Programmieren Lernen (JavaScript) mit Codecademy/Codeyear

Samstag 19.05.12 14:30 Uhr
@ Sp@ghettihaus großer PC-Raum
mit 6 Personen

Idee: direkt an die Rechner setzen und entweder Codecademy bzw. davon das Projekt Codeyear kennenlernen oder an dem bereits begonnenen Lesson-Plan von Codeyear weiterarbeiten.

Hintergrund: Codecademy ist eine Plattform, die den Anspruch hat, niedrigschwellig einen Einstieg zum Erlernen der Programmiersprache JavaScript zu ermöglichen. Zu Beginn des Jahres 2012 startete Codeyear mit dem Ziel am Ende eine interaktive Webseite bauen zu können (Mit einem Mix an Kenntnissen von JavaScript, HTML und CSS).

Vorkenntnisse: keine Programmierkenntnisse – dafür Englisch-Kenntnisse nötig

Wie komm ich da hin?

codeacademy.com

–> oben rechts “Learn”
–> “Code Year”

Tipps innerhalb der Session für andere Orte, sich mit dem Erlernen von Programmiersprache zu beschäftigen:

- fiona lernt programmieren – http://fionalerntprogrammieren.wordpress.com/

- project euler http://projecteuler.net/

Weitere Tipps für gute Programmier-Lern-Einstiege gerne in den Kommentaren ergänzen! 

Wer mag, auch gespickt mit eigenen Erfahrungen mit Codecademy/CodeYear oder anderen Programmier-Lern-Angeboten.

Asexualität und ihre Abstufungen

Zunächst nannten alle Teilnehmer_innen kurz ihre Motivation bzw. ihr Interesse, an dieser Session teilzunehmen. Dies wurde auf Wunsch aller nicht protokolliert.

 

Allgemeine Aussagen dieser Einführungsrunde waren, dass Asexualität

-         vielen Menschen zwar als Begriff bekannt ist, aber näheres Wissen darüber fehlt

-         gesellschaftlich "unter den Tisch gekehrt" wird, weil es fast nie Erwähnung findet

-         selbst in queeren Räumen / Zusammenhängen kein Thema ist

-         kein dauerhafter Zustand sein muss, sondern mensch sich auch über längeren Zeitraum mal sexuell, mal nicht sexuell fühlen kann

 

Es fielen auch Begriffe wie "demisexuell" (= "halb/zum Teil sexuell begehrend") oder "grey-A" (quasi: "Graustufen der Asexualität"), die zu den Abstufungen gehören. Diese sind nachzulesen unter http://www.asex-wiki.de/index.php/Demisexuell und http://www.asexuality.org/wiki/index.php?title=Gray-A [englisch].

 

Es kam die Frage auf, was genau "Sex" denn überhaupt sei und wo dieser anfinge:

-         gibt gewisse gesellschaftliche Vorstellung davon, die auch über Filme etc. verbreitet wird

-         "gehört halt dazu" (besonders in Bezug aufs monogame Zweierbeziehungsmodell)

-         leichter Körperkontakt (z. B. vertrautes Anlehnen) impliziert oft, dass es zu mehr führen kann oder gar soll

-         Begriff "Begehren" ebenfalls schwer definierbar

 

Unsicherheiten bezüglich der Kommunikation

-         was ok ist beim Sex und was nicht, da oft automatisch "A zu B zu C zu…" führt

-         ab welchem Punkt eine Person nicht/nie weitermachen will und wie das erklärt werden kann

-> gibt z. B.  Menschen, die gerne kuscheln und küssen, aber keinen Kontakt mit Geschlechtsorganen haben möchten

 

Begriff "a-romantisch" fiel: Menschen, die sich auch nicht romantisch (im Gegensatz zum "stärkeren" sexuell) zu anderen Personen hingezogen fühlen (siehe auch: http://www.asex-wiki.de/index.php/Aromantik)

 

Herkunft des Wortes "asexuell" wurde kurz erklärt:

-         asexuell bedeutet NICHT "nicht sexuell" (manche Asexuelle können trotzdem sexuell erregt/aktiv sein), sondern "kein Geschlecht (= keine Person) sexuell begehrend"

-         analog zu

o       "heterosexuell = das (von sich selbst) verschiedene Geschlecht sexuell begehrend"

o       "homosexuell = das (sich selbst) gleiche Geschlecht sexuell begehrend"

o       bisexuell = "beide/zwei Geschlechter sexuell begehrend"

-         (diese Begriffe gehen immer von einer Geschlechterbinarität aus; andere Identitäten fallen leider hinten runter)

 

Es folgten verschiedene Meinungsäußerungen zum Umfeld:

-         geäußerte Asexualität / Selbst-Identifizierung als Asexuelle_r wird in bestimmten Umfeldern ("Bubbles") akzeptiert, beim Verlassen dieser jedoch sofort abgesprochen als etwas, das "doch gar nicht ginge / existiere"

-         Sexhaben ("wer mit wem und wie vielen wie oft") sei für einige etwas, worüber sie sich identifizieren und was als "Statussymbol" gehandhabt wird

-         in manchen Gruppen / Räumen kann Asexualität die eigene "default"-Anahme sein, um den eigenen Umgang miteinander zu erleichtern – dies kann aber auch falsch verstanden werden

-         eigenes Umfeld lässt oft (unbedacht) sexuell konnotierte Bemerkungen fallen, weil "sexuell sein / Sex haben" einfach als Grundannahme unausgesprochen im Raum steht; Beispiele:

o       "Du hast es gut, du hast ja eine_n Freund_in! Ich will auch endlich mal wieder Sex haben."

o       "Wie, ihr könnt euch nicht auf einen Film einigen? Mir würden da eh gaaanz andere Sachen einfallen, wie ich Zeit mit meine_r/m Freund_in verbringe."

-         Sexualität ist nur Thema, wenn es gewünscht bzw. aktiv gelebt wird; fehlendes Bewusstsein, dass mensch keinen Sex haben wollen könnte

-         Asexualität als Begriff ein "Nichts" / ein "Nicht-Akt", daher schwer, über dieses "Nichts" zu reden (wenige sagen "übrigens, ich bin nicht sexuell / habe keinen Sex")

-         Sexualität / sexuelles Vorgehen = Norm, anderes fällt hinten runter

 

Zuletzt noch mal Meinungsäußerungen zum Umgang mit Asexualität in romantischen Beziehungen:

-         Aussagen wie "wenn du keinen Sex willst, hab halt keinen" sind problematisch, da "eine Beziehung mit anderen haben" automatisch Sex impliziert und keinen Sex haben zu wollen oft Beziehung scheitern lässt

-         romantische Beziehungsmodelle schließen nahezu immer Sex mit ein, gibt kaum andere (sichtbare) Modelle

-         dadurch oft unfreiwilliger Verzicht auf "mehr" (nämlich gesamte Beziehung), wenn Person eigentlich einfach nur keinen Sex haben will

 

Sessionende, es
wurden noch weiterführende Informationsstellen genannt (direkt in der Session oder in Gesprächen hinterher):

-         Zine (ausliegend im Leseraum, leider nicht online): "Wer A sagt muss nicht B sagen"

-         dazugehörige Webseite: http://asexyqueer.blogsport.de/ (mit Terminen und vielen weiteren Infos)

-         Asex-Wiki: http://www.asex-wiki.de/index.php/Hauptseite

-         Asex-Forum: http://www.asexuality.org/de/

-         AVEN (Asexual Visibility and Education Network): http://www.asexuality.org/home/ [englisch]

-         Blogeintrag: "Bi-asexuell? Wie geht das denn?" http://www.bisexualitaet.org/bi-asexuell-wie-geht-das-denn-04092011.html

Alternativen zu visuellen Awareness Tools und Barrierefreiheit

Ort: Schwingboden @gendercamp
Personenanzahl: 10-11

"Alternativen zu visuellen Awareness Tools und Barrierefreiheit"

 

Die Idee zur Session, über die Integration von Tools für blinde/sehbehinderte Menschen auf dem Gendercamp zu diskutieren, kam im Laufe der Veranstaltungstage durch die zahlreichen Installationen des Awareness Teams (z.B. Tafel, Infoblätter, Flipcharts, Plakate, Schilder, Duschampel, etc.). Den Wortmeldungen dieser Session zufolge wurden die Ausarbeitungen des Awareness Teams überwiegend als sehr positiv empfunden. Allerdings nimmt der_die Initiator_in dieser Session an, dass viele der Ideen und Denkanstöße des Awareness Teams auf die visuelle Fähigkeit von Menschen ausgerichtet sind, was bedeutet, dass jene Installationen zum respektvollen Umgang miteinander möglicherweise nur bei Menschen funktionieren könnten, die freien Zugang zu den eingerichteten informellen Strukturen haben. So wird vermutet, dass blinde/sehbehinderte Menschen ungewollt hierdurch ausgeschlossen werden. Diese Gedanken stießen auf breite Zustimmung innerhalb der Session.

Wir gingen der Frage nach, in wie fern es machbar ist, Tools im Rahmen unserer Möglichkeiten auszuarbeiten, um auch blinden/sehbehinderten Menschen einen geschützten Raum anzubieten, in dem sie sich einbezogen und wohl fühlen. Die Runde bestand ausschließlich aus nicht sehbehinderten Menschen.

  

Lösungsvorschläge für Neuerungen anhand konkreter Beispiele:

  

Lesecke

Die Leseecke ist mit vielen hilfreichen Infoblättern, Zines, Linksempfehlungen, Büchern, etc. ausgestattet, bietet jedoch nur sehenden Menschen ein breites Spektrum zur Weiterbildung, da in den schriftlichen Medien keine Punktschrift//Blindenschrift verwendet wird. Eine Idee hierzu war, ein Podcastprojekt zu starten, in dem Zines und Infoblätter zu verschiedenen Themen eingelesen werden. Auch auf freie-radios.net ließe sich vielleicht Infomaterial finden. Des Weiteren ist uns aufgefallen, dass der Eingang zur Leseecke sehr klein ist bzw. einen Standardtürrahmen hat. Die Anregung für das Gendercamp 2013, nach einem etwas größeren Raum zu suchen, könnte das Platzproblem lösen, sofern dies raumanzahltechnisch möglich ist.

 

Rückzugsraum

Der Rückzugsraum befand sich in der oberen Etage des Haupthauses, der nur über eine Wendeltreppe betreten werden kann. Gehbehinderten Menschen wird hierdurch der Zugang erschwert, womit eine Verlagerung des Rückzugsraum in die unteren Etagen als Anregung für das Gendercamp 2013 resultierte.

 

Computer

Die ausleihbaren Computer können als nicht barrierefrei deklariert werden, da sie nicht mit zusätzlichen Geräten für ein barrierefreies Arbeiten für blinde/sehbehinderte Menschen ausgestattet sind, z.B. sind die Bildschirme sehr klein und spezielle technische Geräte (u.a. Braillezeile*) bisher noch nicht vorhanden. 

*Die Braillezeile ist ein technisches Gerät, das an eine Tastatur angeschlossen werden kann. Blinde/sehbehinderte Menschen können über diese Geräte durch die Anordnung von Stiften somit Textzeilen lesen bzw. ertasten.


Protokollierung der Sessions

Die Protokollierung der Sessions zum Nachlesen finden wir wunderbar, aber auch hier haben wir die Sorge ausgesprochen, dass blinde/sehbehinderte Menschen dadurch nicht teilnehmen können. Der Lösungsvorschlag in Form eines Podcast/Audiovisuellen Teams während der gesamten Gendercampzeit wurde in den Raum gestellt. So könnte das Podcast/Audiovisuelle Team die Protokolle akkustisch einspielen, damit sehende und blinde/nicht gut sehende Menschen auch immer up-to-date sind, was gerade auf dem Gendercamp passiert. Ein_e Teilnehmerin äußerte die Vermutung, dass dieses Problem auch durch eine barrierefreie Dokumentationsseite und einem entsprechend ausgestatten Rechner zu beheben wäre.

 

Sessionvorschlag für das Gendercamp 2013

Zur Sensibilisierung der sehenden Personen auf dem Gendercamp 2013 fanden wir die Idee, eine Session mit dem Titel „Wie hört sich das Internet für blinde Menschen an?” anzubieten, sehr spannend und würden dies begrüßen.

 

Visuelle Installationen

Ein weiteres Beispiel sind die in vielen Räumen angebrachten Plakate mit Handzeichen, deren Bedeutung jeweils daneben prägnant beschrieben wurden. Wie wir festgestellt haben, sind diese Handzeichen im Laufe des Gendercamps von den Teilnehmer_innen größtenteils adaptiert worden und sie scheinen, glücklicherweise zu wirken. Aber auch hier gehen wir davon aus, dass diese Installation bedauerlicherweise für blinde/sehbehinderte Menschen keine/kaum Relevanz hat. Hierfür haben wir aus zeitlichen Gründen und aus einer Wissenslücke heraus noch keine Lösungsvorschläge erörtern können, da zusätzliche akkustische Signale während einer Diskussion auch als störend empfunden werden können. 

Überprüfung der Barrieren auf gendercamp.de und gendercamp.posterous.com

Wir haben die Frage in den Raum gestellt, ob die Webseiten gendercamp.de (bzw. mixxt.de, auf deren Plattform gendercamp.de läuft) und gendercamp.posterous.com (bzw. Posterous) überhaupt barrierefrei sind. Eine teilnehmende Person schlug vor, diese beiden Webseiten auf Barrierefreiheit zu überprüfen, da sie dies schon mal aus beruflichen Gründen gemacht hatte. Wir fanden die Idee sehr gut und freuen uns auf Rückmeldung.

Es wurde der verhältnismäßig leicht umzusetzende Vorschlag gemacht, dass weniger verschachtelte Formulierungen auf den Gendercamp Webseiten und im Forum benutzt werden sollte. Denn es wurde die Erfahrung geäußert, dass lange verschachtelte Sätze von Screenreadern* schlecht betont werden. Des Weiteren könnten leichte und verständlich aufgebaute Sätze mit wenigen exklusiven Fachbegriffen helfen, die Inhalte auf den Gendercamp Webseiten zu verstehen – dies gilt sowie für sehende Menschen als auch für blinde/sehbehinderte Menschen.

*Screenreader machen Computer für blinde Menschen zugänglich. Sie geben den Inhalt des Bildschirms an die Sprachausgabe und Braillezeile wieder.

Es kam der Vorschlag, auch im Mixxt-Forum einen Thread zum Thema Barrierefreiheit auf dem Gendercamp zu starten, um im Vorwege die unterschiedlichen Kenntnisse über Barrierefreiheit zu sammeln, aber auch, um das allgemeine Interesse zu erfassen.

 

Barrieren auf dem Gelände

Ein weiterer Vorschlag war, in jedem Gebäude Informationswände mit Punktschrift/Blindenschrift aufzustellen oder MP3-Player mit eingespielten Informationstexten an diesem Ort zu platzieren. Hierfür müssten spezielle Druckersysteme verwendet werden, die evtl. über Vereine oder Organisationen leihweise angefragt werden könnten.

 

Öffentliche Fördermittel 

Eine Person erwähnte, dass es möglich sei, einen Antrag auf öffentliche Fördermittel zu stellen, um die Barrierefreiheit beim Gendercamp zu thematisieren. Auf diese Weise könnte Unterstützung von professioneller Beratungsstelle heran geholt werden. Die Chance bestünde also, über öffentliche Zuschüsse das Gendercamp tatsächlich barrierefreier (um-) gestalten zu könn
en
.

 

Frage zum Abschluss in der Runde:

Es wurde die Frage gestellt, ob Interesse bestünde, ein neues Team für das Gendercamp 2013 zusammen zu stellen/zusammen stellen zu lassen, das dem Orga- und Awareness Team zuarbeitet und sich um barrierefreie Angelegenheiten kümmert. Hierzu hatten sich fast alle teilnehmenden Personen gemeldet und somit bejaht. Wir waren uns darüber einig, dass die Abstimmung zu diesem Zeitpunkt noch keine Verpflichtungen bedeutete, da wir Verständnis dafür zeigten, den Aufwand und die vorhandende Zeit noch nicht einschätzen können. 

Fazit:

Wir denken, dass der Mangel an Barrierefreiheit nicht schnell zu beheben ist, sondern es Zeit und vor allem fachliche Kenntnisse benötigt. Aber auch finanzielle Mittel sind notwendig, um das Umfeld zum Gendercamp so zu gestalten, dass der Begriff „Barrierefreiheit" sich nicht nur auf Rollstuhlfahrer_innen oder blinde/sehbehinderte Menschen beschränkt, sondern ein weites Feld öffnet, das unterschiedliche Wahrnehmungen von Barrieren minimiert.

 

Protokoll: Hierarchien im Netz

           I.     Fragen:

Ø  Welche Chancen bietet das Netz und wo liegen diese?

Ø  Inwiefern ist das Netz eine Möglichkeit Freiräume zu schaffen, die in der analogen Welt nicht möglich bzw. schwieriger zu gestalten sind?

Ø  Inwiefern spiegelt es Ungleichheitverhältnisse und Hierarchien der analogen Welt wider? Oder verschärfen sich die Hierarchien im Netz sogar?

Ø  Wenn, welche Gegenstrategien lassen sich denken und umsetzen? Welche gibt es schon?

         II.     Hierarchien – Wie sieht es im Netz aus?

Im Netz werden gesellschaftliche Hierarchien reproduziert. Das Netz ist nicht losgelöst von offline Lebensrealitäten und gesellschaftlichen Strukturen, die jede_n unterschiedlich verorten.

Wie können Hierarchien aufgebrochen werden und um welche geht es ganz konkret?

Ø  Finanzielle Hierarchien: Wer hat Zugang zum Rechner? Selbst wenn ein Rechner vorhanden ist, gilt die Frage, ob der Zugang zu Rechnern möglich ist. Frauen, die Opfer von sexueller_häuslicher Gewalt sind, ist der Zugang oft nicht möglich. Ein Aspekt von häuslicher Gewalt ist die Ausübung von Macht und Kontrolle über die Partner_in/ Frauen, so dass sie kaum/nicht im Netz kommunizieren können.

Ø  Zeit: Wer hat die Ressourcen dafür?

Ø  Repräsentation: Wer ist im Netz unterwegs, wer wird gehört und wer nicht?

Beobachtungen:

o   Es sind wenig lesbische Blogs zu finden

o   Sind tatsächlich mehr Männer als Frauen im Netz unterwegs? Auf der anderen Seite sind auch mehr Frauen bei Twitter zu finden. Woran liegt es, dass Männer präsenter erscheinen?

o   Mehrheitlich weiße, akademische Räume

o   Barrieren im Zusammenhang mit Behinderung

Ø  Wissenshierarchien und Textkompetenz

o   Affirmation von Normen und Bonding: Gruppendynamik und gemeinsame Wissens- und Kommunikationssprache

o   Einwand/Einschränkung: In akademischen Räumen kann Textkompetenz wichtig sein, in anderen Subräumen ist dies vielleicht nicht erforderlich oder zumindest keine große Hürde für Teilnahme

Ø  Unsicherheiten: „Wer sind die Anderen? Ist meine Meinung relevant?“ Im Netz spiegelt sich auch die Konditioniertheit wider (#Marginalisierung #Geschlechterrollen): „Diejenigen, die drinnen die lautesten sind, sind auch draußen die lautesten“, „Wer traut sich?“

Ø  Medienkompetenz: „Diejenigen, die mitmachen wollen wissen nicht wie“: Welche Sprache? welches Medium? Unsicherheit mit Medium und Sorge: „Das Netz vergisst nichts“

        III.     Partizipation und Un_Sichtbarkeit

Ø  Machtstrukturen: Wer befindet sich innerhalb
eines Kommunikationsraums?

Ø  Anonymität: „Ich will teilnehmen und nicht sichtbar sein“

Ø  Un_Sichtbarkeit im Zusammenhang mit DIY (Blogs, etc.): Themen, die nicht wahrgenommen werden und in denen auch viele Frauen aktiv sind. Was wird als wichtig erachtet und was nicht?

       IV.     Ambivalenzen im Netz

Ø  Formale Machposition: Admin-Funktion als Hindernis sowie als Chance: Einerseits ist die Funktion wichtig um Räume zu schützen vor allem in feministischen Kontexten. Andererseits kann ein Admin die Autorität haben den Eintritt zu verwehren, Kommentare zu löschen/zulassen (Bsp. Diskussionskultur: Frauen in der Wikipedia)

Ø  Quantität = Qualität? Wer hat wie viele Follower? Wer tweetet viel? Durch die Anzahl der Follower wird eine Hierarchie erstellt: Je mehr, desto mehr Wissen oder Glaubwürdigkeit wird der Person zugesprochen (?)

        V.     Gleichzeitigkeiten und Gegenstrategien

Ø  Offline-Räume schaffen, um Medienkompetenz zu fördern

Ø  Gleichzeitigkeiten im Internet: Hierarchien und Barrieren können gleichzeitig im Netz flacher sein. Genauso können sie das Gegenteil bewirken

Ø  Marginalisierte Stimmen sind da, werden jedoch autorisiert: Dabei stellt sich die Frage: Wer kann wem eine Stimme erteilen? Dialektik ist sichtbarer und dynamischer im Netz

       VI.     Überlegung: Online-Redelisten für Twitter

Quotierte und balancierte Redelisten – wie sie auf dem Gender Camp in den meisten Sessions benutzt werden- auch im Netz anlegen.

Technische Idee:

Die Maske verändern, so dass die Twitter-Timeline im Sinne einer balancierten und quotierten Redeliste die tweets wider gibt. Oben abwechselnd erscheinend also abhängig von:

Option A: Abhängig von der Anzahl der Follower der Person

Option B: von Anzahl der tweets

Wichtig: Eigenes Verhalten im Netz kritisch hinterfragen. Was für Dynamiken gibt es dort? Wissen und Reflexion auch in online Strukturen schaffen 

To Do: Verabredung zum Thema: „quotierte und balancierte Redelisten für Twitter“

Protokoll: Moderierte Plena über IRC-Chat

Moderierte Plena über IRC-Chat

1)Vorgeschichte: Wie kamen wir auf das Thema?
2) Konzept vorstellen
3) Erfahrungen
4) Ideen/Anregungen: Was kann damit nach dem Gendercamp passieren?

zu 1)
awareness-arbeit fürs Gendercamp wurde im Vorfeld von verschiedenen
Städten aus organisiert. Die Involvierten konnten sich nicht IRL
treffen, deshalb erstes Treffen in einem IRC-Chat von indymedia. Dort
gibt es schon einen #gendercamp Channel aus den Vorjahren. Neue Channels
kann mensch einfach anlegen mit /join #channelname. Es gibt diverse
IRC-Server, wo das möglich ist.

Erster Chat war unkoordiniert. Dann: Reizüberflutung, alle posten
schnell ihre Gedanken, andere überlegen länger -> ganz ähnlich wie in
Offline-Runden, sehr hohes Tempo.

Channel/Raum ist im IRC technisch vorstrukturiert (wer hat welche Rechte?)

Es gibt aber kaum Anregungen für moderierte Online-/Chat-Plena, die dem
in etwa entsprechen, was wir von Offline-Plena kennen – die
awareness-Vorbereitungsgruppe hat sich also was ausgedacht.

zu 2)
Moderation/Redner_innenliste

* Protokoll durch eine Person im Etherpad

* Terminvereinbarungen über Doodle (erst 1x, später dann 2x wöchentlich)

* versuchen, Zeitpläne zu machen: ein Ende vereinbaren, wer wann weg
muss, um wichtigste Punkte bis dann bepsorchen zu haben.

* Die Zeichen:

. Wortmeldung

? direkte Nachfrage

! direkte Antwort/direkter Einwurf

+1 Zustimmung

-1 Ablehnung/stimme niht damit überein

_ Enthaltung/ich kann mir gerade noch keine Meinung dazu bilden

“ende” Schluss des Redebeitrages signalisieren

* Moderator_in ruft diejenigen auf, die sprechen möchten, mit Namen. Wir
haben die Namen in späteren Chat verkürzt, um sie schnell/fehlerfrei
schreiben zu können. Wenn der eigene Name genannt wird, dann markiert
die Sofwtare, das mensch angesprochen wurde.

* Anmerkung: Chat clients können auto-completion, also die Namen der TN
vervollständigen.

* balancierte Redeliste verwendet

* Wenn gleichzeitig direkte Nachfrage und direkte Antwort angemeldet
werden: Mod. fragt nach oder nimmt der Reihe nach dran.

* “Offizielles Ende” des Chats kundtun.

Nachfrage: Wie war das technisch?

Technische Möglichkeiten von IRC wurde nicht genutzt. Software könnte
viel mehr (Zustimmungen sammeln, Länge von Redebeiträgen errechnen,
Moderation nicht im Hauptfenster), sie müsste für diese Zwecke verändert
werden. Versuch, ohne viel Hintergrundwissen offline-Praktiken
abzubilden, keine Zeit, sich erst dann mit IRC-Hintergrundwissen zu
beschäftigen. Kommunikation ist ein Awareness-Thema, deshalb war es auch
gut, das explizit auszuhandeln.
Zwischen den Chats gab es Mailaustausch (Doodle-/Termin-Hinweise,
wichtige Ergebnisse des letzten Chats)

zu 3)
hat insgesamt gut funktioniert
Idee war auch noch: Runde mit klarer Frage, alle sagen was -> kaum genutzt

Beiträge vorschreiben (zb in einem Texteditor), bis mensch dran ist,
weil Tippen/Ausformulieren lange dauert. Es entstehen oft Wartezeiten.
Interessante Erfahrung, jemand kommt dran und es passiert erstmal nichts.

Es gab teilweise technische Probleme: Menschen kamen nicht über das
Webinterface in den Chat oder flogen mittendrin raus.
Anfangs eher 8 Leute, am Ende eher 6. Ein praktisches Problem:
Internetzugang stand nicht allen immer zur Verfügung.

Konzentration am Abend, das haben nicht alle! Chat-Plenum ist für die
ungewohnt, die solche Technologien sonst wenig oder gar nicht nutzen.

Unterschied online/offline-Plena: Eher ergebnisorientierte Diskussion.
Nur bei einigen wichtigen Punkten kamen am Schluss noch längere
Diskussionen zur eigenen Gruppendynamik, wenn als sehr wichtig empfunden.

zu zweit an einem Ort zu sitzen, war hilfreich, um zb Moderation schnell
weiterzugeben. (Es war aber auch im Chat möglich, Aufgaben wieder
abzugeben.)

2 Bildschirme waren sehr gut dafür (1x Chat und Editor, 1x Browser mit
Pad zb)

Beiträge vorfurmulieren -> geht das? Sie passen nicht imm genau, wenn
mensch dann dran ist.

Plena sind auch offline anstrengend. :)

Mensch kann nebenher essen, rauchen oder im Zimmer rumlaufen, ohne dass
es stört.

Eindruck einer zeitweise teilnehmenden Person: hat gut funktioniert,
aber Kapazitäten-Problem.

Profeministische Männergruppe??

Sonntag, 14:15 Uhr Gendercamp 2012

Anlass, Schilderung des Interesses:
- Ansschlusspunkt war die Diskussion in einer Gruppe, die sich
regelmäßig trifft(nfbb – netzfeministisches Biertrinken Berlin), die
Gruppe auf FLT zu beschränken
Dies geschah als Reaktion auf starken männlichen Andrang
“an sich prima, aber dann kann ich in diesem Raum als [cis-]Mann* dort
nicht anwesend sein”, FLT*-only-Räume sind prinzipiell unterstützenswert

Es fehlte ein Raum für Männer* feministisch zu arbeiten ohne sich in
bestehende Räume hineinzudrängen.
ein Raum, in dem in erster Linie Männer* feministisch arbeiten,
Nicht-Männer* sollen nicht ausgeschlossen werden
Tätigkeit in dem in Überlegung stehenden Raum wäre weniger das eigene
Reflektieren und suchen von Positionen sondern Arbeit an der Vebreitung
und Unterstützung der relevanten feministischen Positionen
anfangs Wunsch nach ergebnisorientierter Arbeit auf vorhandenen
theoretischen Grundlagen, ohne daß ständig Basics diskutiert / neu
erarbeitet werden müssen
Es stellt sich dann schon die Frage, wer sind dann Männer*, ein Gedanke
war, dass das alle sein können, die von männlichen Privilegien
profitieren können.

Es erschien in der nahen Vergangenheit allerdings auch zunehmend als
sinnvoll”emotionale Reproduktionsarbeit” in dieser Gruppe zu erledigen,
damit nicht Frauen* das tun müssen
Der Raum sollte ein feministisches Grundverständnis vorraussetzen.
Es kann wirklich sinnvoll sein einen Raum zu haben um nicht nur auf
Basic-Niveau arbeiten zu können
Es kann gut sein, dass ein solcher Raum dazu führt, dass sich die
Teilnehmenden für total reflektiert halten
Vorschlag: in großen gemischten Gruppen Untergruppen zu bestimmten
Themen einzurichten

Cool könnte sein, wenn die Männer*gruppe dann auch Kinderbetreuung auf
feministischen Veranstaltungen übernimmt

Interventionen in männlich dominierten Räumen?
scheitert oft daran, daß ständig Basics neu geklärt werden müssen; diese
Interventionen im Alltag müssen ohnehin/trotzdem geschehen
in gemischtgeschlichtlichen feministischen Räumen so zu intervenieren,
daß der Raum nicht von Männern* dominiert wird

Argumente für Männergruppen:
in gemischten Gruppen wird emotionale Reproduktionsarbeit (Menschen
trösten etc.) hauptsächlich von Frauen* geleistet, Männer*gruppen
könnten dieses Phänomen evtl. verändern
gegenüber Maskulisten könnte eine Männergruppe eine andere Autorität
haben als eine gemischte Gruppe

Bedenken:
Kommunikationsstrukturen müssen auch in gemischten Gruppen verändert werden
Zersplitterung der Bewegung, große Gruppen können evtl. mehr bewirken

nur mit coolen Männern gemeinsam was machen wollen -> “dann brauche ich
mich nicht um die Entwicklung meiner Persönlichkeit, Kritik etc. zu kümmern”
wir müssen uns trotzdem damit auseinandersetzen: “wer sind wir
eigentlich, wie können wir die Reproduktion von
Geschlechterverhältnissen überwinden”

Problematik:
Männergruppe wird evtl. mehr wahrgenommen, nimmt Frauen*/FLT* eventuell
Aufmerksamkeit weg
mögliche Ansatzpunkte:
wenig ‘repräsentative’ Arbeit übernehmen, z.B. in Kommentarspalten
Diskussionen bis zum Ende führen, Kinderbetreuung (z.B. auf politischen
Veranstaltungen) organisieren & übernehmen
Es könnte damit auch in sofern umgegagen werden, dass wenn es zu
Öffentlichkeit kommt, dann an feminisische Gruppen verwiesen wird.