Protokoll: Hierarchien im Netz

           I.     Fragen:

Ø  Welche Chancen bietet das Netz und wo liegen diese?

Ø  Inwiefern ist das Netz eine Möglichkeit Freiräume zu schaffen, die in der analogen Welt nicht möglich bzw. schwieriger zu gestalten sind?

Ø  Inwiefern spiegelt es Ungleichheitverhältnisse und Hierarchien der analogen Welt wider? Oder verschärfen sich die Hierarchien im Netz sogar?

Ø  Wenn, welche Gegenstrategien lassen sich denken und umsetzen? Welche gibt es schon?

         II.     Hierarchien – Wie sieht es im Netz aus?

Im Netz werden gesellschaftliche Hierarchien reproduziert. Das Netz ist nicht losgelöst von offline Lebensrealitäten und gesellschaftlichen Strukturen, die jede_n unterschiedlich verorten.

Wie können Hierarchien aufgebrochen werden und um welche geht es ganz konkret?

Ø  Finanzielle Hierarchien: Wer hat Zugang zum Rechner? Selbst wenn ein Rechner vorhanden ist, gilt die Frage, ob der Zugang zu Rechnern möglich ist. Frauen, die Opfer von sexueller_häuslicher Gewalt sind, ist der Zugang oft nicht möglich. Ein Aspekt von häuslicher Gewalt ist die Ausübung von Macht und Kontrolle über die Partner_in/ Frauen, so dass sie kaum/nicht im Netz kommunizieren können.

Ø  Zeit: Wer hat die Ressourcen dafür?

Ø  Repräsentation: Wer ist im Netz unterwegs, wer wird gehört und wer nicht?

Beobachtungen:

o   Es sind wenig lesbische Blogs zu finden

o   Sind tatsächlich mehr Männer als Frauen im Netz unterwegs? Auf der anderen Seite sind auch mehr Frauen bei Twitter zu finden. Woran liegt es, dass Männer präsenter erscheinen?

o   Mehrheitlich weiße, akademische Räume

o   Barrieren im Zusammenhang mit Behinderung

Ø  Wissenshierarchien und Textkompetenz

o   Affirmation von Normen und Bonding: Gruppendynamik und gemeinsame Wissens- und Kommunikationssprache

o   Einwand/Einschränkung: In akademischen Räumen kann Textkompetenz wichtig sein, in anderen Subräumen ist dies vielleicht nicht erforderlich oder zumindest keine große Hürde für Teilnahme

Ø  Unsicherheiten: „Wer sind die Anderen? Ist meine Meinung relevant?“ Im Netz spiegelt sich auch die Konditioniertheit wider (#Marginalisierung #Geschlechterrollen): „Diejenigen, die drinnen die lautesten sind, sind auch draußen die lautesten“, „Wer traut sich?“

Ø  Medienkompetenz: „Diejenigen, die mitmachen wollen wissen nicht wie“: Welche Sprache? welches Medium? Unsicherheit mit Medium und Sorge: „Das Netz vergisst nichts“

        III.     Partizipation und Un_Sichtbarkeit

Ø  Machtstrukturen: Wer befindet sich innerhalb
eines Kommunikationsraums?

Ø  Anonymität: „Ich will teilnehmen und nicht sichtbar sein“

Ø  Un_Sichtbarkeit im Zusammenhang mit DIY (Blogs, etc.): Themen, die nicht wahrgenommen werden und in denen auch viele Frauen aktiv sind. Was wird als wichtig erachtet und was nicht?

       IV.     Ambivalenzen im Netz

Ø  Formale Machposition: Admin-Funktion als Hindernis sowie als Chance: Einerseits ist die Funktion wichtig um Räume zu schützen vor allem in feministischen Kontexten. Andererseits kann ein Admin die Autorität haben den Eintritt zu verwehren, Kommentare zu löschen/zulassen (Bsp. Diskussionskultur: Frauen in der Wikipedia)

Ø  Quantität = Qualität? Wer hat wie viele Follower? Wer tweetet viel? Durch die Anzahl der Follower wird eine Hierarchie erstellt: Je mehr, desto mehr Wissen oder Glaubwürdigkeit wird der Person zugesprochen (?)

        V.     Gleichzeitigkeiten und Gegenstrategien

Ø  Offline-Räume schaffen, um Medienkompetenz zu fördern

Ø  Gleichzeitigkeiten im Internet: Hierarchien und Barrieren können gleichzeitig im Netz flacher sein. Genauso können sie das Gegenteil bewirken

Ø  Marginalisierte Stimmen sind da, werden jedoch autorisiert: Dabei stellt sich die Frage: Wer kann wem eine Stimme erteilen? Dialektik ist sichtbarer und dynamischer im Netz

       VI.     Überlegung: Online-Redelisten für Twitter

Quotierte und balancierte Redelisten – wie sie auf dem Gender Camp in den meisten Sessions benutzt werden- auch im Netz anlegen.

Technische Idee:

Die Maske verändern, so dass die Twitter-Timeline im Sinne einer balancierten und quotierten Redeliste die tweets wider gibt. Oben abwechselnd erscheinend also abhängig von:

Option A: Abhängig von der Anzahl der Follower der Person

Option B: von Anzahl der tweets

Wichtig: Eigenes Verhalten im Netz kritisch hinterfragen. Was für Dynamiken gibt es dort? Wissen und Reflexion auch in online Strukturen schaffen 

To Do: Verabredung zum Thema: „quotierte und balancierte Redelisten für Twitter“

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