Session “Umgang mit schwierigen Marginalisierten-Vertreter_innen” I

Gender Camp 17.05.2012 Session 15:45

marginalisierte Personen, die in mainstreammedien hervorgehoben werden; andere Vertreter:innen marginalisierter Gruppen kommen dann nicht mehr zu Wort
2-3 Beispiele, Welche Strukturen stehen dahinter?

Beispiele:
Necla Kelek & Seyran Ateş

– Positionen gegen das muslimische Patriarchat

Debatte: EInbürgerungstest -> damals wurden diese beiden auch von linken Medien gehypt
Argumente z.B. S.A.: Männer, die gesicherten Aufenthalt in D haben und ihre Frauen schlagen, sollen aufenthaltsrechtliche Sanktionen erfahren

Unterdrückung muslimische Frauen (z.B. häusliche Gewalt) Leitthema -> keine Differenzierung findet statt

rufen d. Staat an gegen muslimische Männer und machen Fronten auf, differenzieren nicht, pauschale Unterstellung: Muslime unterdrücken Frauen
einfache Erzählungen

Peter Tatchell (http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Tatchell)
Menschenrechts- und Gay Rights-Aktivist
Mitglied von Outrage (queere Direct Action-Gruppe)
selbstbez. Antirassist
merkwürdige Sachen:
war anläßlich der Mohammed-Karrikaturen zusammen mit rechten Leuten auf Pro-Redefreiheit-Demo
Gleichsetzung von Muslime = homophob, weiße westliche Menschen = aufgeklärt und freundlich zu nicht-hetero-Menschen, andere Länder = unterdrücken Homosexuelle
besetzt das Feld, in dem gesprochen wird; z.B. afrikanische LBGT-Aktivist_innen werden dann nicht mehr gehört

Jan Feddersen
Kolumnist u.a. bei der taz, vertreten im überregionalen CSD-Magazin
schreibt z.b. über migrantische Gewalt gegen schwule Männer
personell verbunden mit der Magnus-Hirschfeld-Stiftung (genauere Verbindung zur MHS wäre noch herauszubekommen), er taucht in Verbindung mit der MHS seit deren Gründung auf
Magnus-Hirschfeld-Stiftung wurde massiv finanziell unterstützt, während queer studies-Studiengang in Hamburg geschlossen wurde
MHS bezieht sich überhaupt nicht auf Geschichte von trans* und inter*
Schreibt zu vielen Themen, u.a. zu Themen, bei denen er keine Ahnung hat, darf sich sehr breit äußern
auch F. macht Fronten zwischen homosexuellen Deutschen und Migrant_innen auf, bezieht sich dabei auf Kelek und Ateş; bezieht sich auf bereits in der Fragestellung rassistische Studien

es wird nicht mitgedacht, wie die Situation in D ist; deutsche Homophobie wird unter den Teppich gekehrt

Was haben solche Menschen davon, solche Positionen zu vertreten?
– bekommen Aufmerksamkeit
– finanzielle Vorteile (schreiben z.B. Bücher, die sich gut verkaufen)
– sprechen für marginalisierte Personen, die marginalisierten Gruppen sind viel vielfältiger, andere Stimmen erhalten aber keinen Raum, weil es diese Vertreter_innen gibt
– u.a. Förderung von kleinen, radikal(er)en Gruppen Marginalisierter fällt zugunsten größerer, dem Mainstream näherer Gruppen weg

Beispiele:
LSVD vs. GLADT
LSVD hat angefangen, Ressort zu Migration aufzubauen, wurde sehr viel mehr unterstützt (auch finanziell) als GLADT

neben Finanzen:
- wer darf was sagen?
- wer wird wahrgenommen?
- wer wird zu Veranstaltungen als speaker eingeladen / als Sachverständige_r gefragt?

LSBTI* steht drauf, es sind aber oft nur Lesben und Schwule drin

Tokenism: eine marginalisierte Person wird als Botschafter_in für alle ihrer_seiner Gruppe behandelt

Warum werden kleine Verbände nicht gehört? Eine Lösung wäre, daß große Verbände Kompetenzen von kleineren Gruppen abfragen bzw. sich verbünden; dem stehen aber Macht- und finanzielle Interessen entgegen

Staat gibt Gelder, Verbände schicken Vertreter_in, sich dazu zu äußern – WANN darf J.F. für deutsche Schwule sprechen, wann wird er selbst im deutschen Mainstream nicht gehört?
Interesse beim Einbürgerungstest: Migrant_innen deutsche Staatsbürgerschaft zu verwehren
genau in der Zeit, wo diese Stimmen für den Staat aktuell sind, werden Leuten wie J.F. eine Stimme erteilt
“Frauen schützen” wird gerne dann genommen, wenn rassistische Praktiken installiert werden sollen

Literaturempfehlung
Koray Yılmaz-Günay (Hg.): Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre “Muslime versus Schwule”
Bestellbar über seine Website:
http://www.yilmaz-gunay.de/

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