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Alternativen zu visuellen Awareness Tools und Barrierefreiheit

Ort: Schwingboden @gendercamp
Personenanzahl: 10-11

"Alternativen zu visuellen Awareness Tools und Barrierefreiheit"

 

Die Idee zur Session, über die Integration von Tools für blinde/sehbehinderte Menschen auf dem Gendercamp zu diskutieren, kam im Laufe der Veranstaltungstage durch die zahlreichen Installationen des Awareness Teams (z.B. Tafel, Infoblätter, Flipcharts, Plakate, Schilder, Duschampel, etc.). Den Wortmeldungen dieser Session zufolge wurden die Ausarbeitungen des Awareness Teams überwiegend als sehr positiv empfunden. Allerdings nimmt der_die Initiator_in dieser Session an, dass viele der Ideen und Denkanstöße des Awareness Teams auf die visuelle Fähigkeit von Menschen ausgerichtet sind, was bedeutet, dass jene Installationen zum respektvollen Umgang miteinander möglicherweise nur bei Menschen funktionieren könnten, die freien Zugang zu den eingerichteten informellen Strukturen haben. So wird vermutet, dass blinde/sehbehinderte Menschen ungewollt hierdurch ausgeschlossen werden. Diese Gedanken stießen auf breite Zustimmung innerhalb der Session.

Wir gingen der Frage nach, in wie fern es machbar ist, Tools im Rahmen unserer Möglichkeiten auszuarbeiten, um auch blinden/sehbehinderten Menschen einen geschützten Raum anzubieten, in dem sie sich einbezogen und wohl fühlen. Die Runde bestand ausschließlich aus nicht sehbehinderten Menschen.

  

Lösungsvorschläge für Neuerungen anhand konkreter Beispiele:

  

Lesecke

Die Leseecke ist mit vielen hilfreichen Infoblättern, Zines, Linksempfehlungen, Büchern, etc. ausgestattet, bietet jedoch nur sehenden Menschen ein breites Spektrum zur Weiterbildung, da in den schriftlichen Medien keine Punktschrift//Blindenschrift verwendet wird. Eine Idee hierzu war, ein Podcastprojekt zu starten, in dem Zines und Infoblätter zu verschiedenen Themen eingelesen werden. Auch auf freie-radios.net ließe sich vielleicht Infomaterial finden. Des Weiteren ist uns aufgefallen, dass der Eingang zur Leseecke sehr klein ist bzw. einen Standardtürrahmen hat. Die Anregung für das Gendercamp 2013, nach einem etwas größeren Raum zu suchen, könnte das Platzproblem lösen, sofern dies raumanzahltechnisch möglich ist.

 

Rückzugsraum

Der Rückzugsraum befand sich in der oberen Etage des Haupthauses, der nur über eine Wendeltreppe betreten werden kann. Gehbehinderten Menschen wird hierdurch der Zugang erschwert, womit eine Verlagerung des Rückzugsraum in die unteren Etagen als Anregung für das Gendercamp 2013 resultierte.

 

Computer

Die ausleihbaren Computer können als nicht barrierefrei deklariert werden, da sie nicht mit zusätzlichen Geräten für ein barrierefreies Arbeiten für blinde/sehbehinderte Menschen ausgestattet sind, z.B. sind die Bildschirme sehr klein und spezielle technische Geräte (u.a. Braillezeile*) bisher noch nicht vorhanden. 

*Die Braillezeile ist ein technisches Gerät, das an eine Tastatur angeschlossen werden kann. Blinde/sehbehinderte Menschen können über diese Geräte durch die Anordnung von Stiften somit Textzeilen lesen bzw. ertasten.


Protokollierung der Sessions

Die Protokollierung der Sessions zum Nachlesen finden wir wunderbar, aber auch hier haben wir die Sorge ausgesprochen, dass blinde/sehbehinderte Menschen dadurch nicht teilnehmen können. Der Lösungsvorschlag in Form eines Podcast/Audiovisuellen Teams während der gesamten Gendercampzeit wurde in den Raum gestellt. So könnte das Podcast/Audiovisuelle Team die Protokolle akkustisch einspielen, damit sehende und blinde/nicht gut sehende Menschen auch immer up-to-date sind, was gerade auf dem Gendercamp passiert. Ein_e Teilnehmerin äußerte die Vermutung, dass dieses Problem auch durch eine barrierefreie Dokumentationsseite und einem entsprechend ausgestatten Rechner zu beheben wäre.

 

Sessionvorschlag für das Gendercamp 2013

Zur Sensibilisierung der sehenden Personen auf dem Gendercamp 2013 fanden wir die Idee, eine Session mit dem Titel „Wie hört sich das Internet für blinde Menschen an?” anzubieten, sehr spannend und würden dies begrüßen.

 

Visuelle Installationen

Ein weiteres Beispiel sind die in vielen Räumen angebrachten Plakate mit Handzeichen, deren Bedeutung jeweils daneben prägnant beschrieben wurden. Wie wir festgestellt haben, sind diese Handzeichen im Laufe des Gendercamps von den Teilnehmer_innen größtenteils adaptiert worden und sie scheinen, glücklicherweise zu wirken. Aber auch hier gehen wir davon aus, dass diese Installation bedauerlicherweise für blinde/sehbehinderte Menschen keine/kaum Relevanz hat. Hierfür haben wir aus zeitlichen Gründen und aus einer Wissenslücke heraus noch keine Lösungsvorschläge erörtern können, da zusätzliche akkustische Signale während einer Diskussion auch als störend empfunden werden können. 

Überprüfung der Barrieren auf gendercamp.de und gendercamp.posterous.com

Wir haben die Frage in den Raum gestellt, ob die Webseiten gendercamp.de (bzw. mixxt.de, auf deren Plattform gendercamp.de läuft) und gendercamp.posterous.com (bzw. Posterous) überhaupt barrierefrei sind. Eine teilnehmende Person schlug vor, diese beiden Webseiten auf Barrierefreiheit zu überprüfen, da sie dies schon mal aus beruflichen Gründen gemacht hatte. Wir fanden die Idee sehr gut und freuen uns auf Rückmeldung.

Es wurde der verhältnismäßig leicht umzusetzende Vorschlag gemacht, dass weniger verschachtelte Formulierungen auf den Gendercamp Webseiten und im Forum benutzt werden sollte. Denn es wurde die Erfahrung geäußert, dass lange verschachtelte Sätze von Screenreadern* schlecht betont werden. Des Weiteren könnten leichte und verständlich aufgebaute Sätze mit wenigen exklusiven Fachbegriffen helfen, die Inhalte auf den Gendercamp Webseiten zu verstehen – dies gilt sowie für sehende Menschen als auch für blinde/sehbehinderte Menschen.

*Screenreader machen Computer für blinde Menschen zugänglich. Sie geben den Inhalt des Bildschirms an die Sprachausgabe und Braillezeile wieder.

Es kam der Vorschlag, auch im Mixxt-Forum einen Thread zum Thema Barrierefreiheit auf dem Gendercamp zu starten, um im Vorwege die unterschiedlichen Kenntnisse über Barrierefreiheit zu sammeln, aber auch, um das allgemeine Interesse zu erfassen.

 

Barrieren auf dem Gelände

Ein weiterer Vorschlag war, in jedem Gebäude Informationswände mit Punktschrift/Blindenschrift aufzustellen oder MP3-Player mit eingespielten Informationstexten an diesem Ort zu platzieren. Hierfür müssten spezielle Druckersysteme verwendet werden, die evtl. über Vereine oder Organisationen leihweise angefragt werden könnten.

 

Öffentliche Fördermittel 

Eine Person erwähnte, dass es möglich sei, einen Antrag auf öffentliche Fördermittel zu stellen, um die Barrierefreiheit beim Gendercamp zu thematisieren. Auf diese Weise könnte Unterstützung von professioneller Beratungsstelle heran geholt werden. Die Chance bestünde also, über öffentliche Zuschüsse das Gendercamp tatsächlich barrierefreier (um-) gestalten zu könn
en
.

 

Frage zum Abschluss in der Runde:

Es wurde die Frage gestellt, ob Interesse bestünde, ein neues Team für das Gendercamp 2013 zusammen zu stellen/zusammen stellen zu lassen, das dem Orga- und Awareness Team zuarbeitet und sich um barrierefreie Angelegenheiten kümmert. Hierzu hatten sich fast alle teilnehmenden Personen gemeldet und somit bejaht. Wir waren uns darüber einig, dass die Abstimmung zu diesem Zeitpunkt noch keine Verpflichtungen bedeutete, da wir Verständnis dafür zeigten, den Aufwand und die vorhandende Zeit noch nicht einschätzen können. 

Fazit:

Wir denken, dass der Mangel an Barrierefreiheit nicht schnell zu beheben ist, sondern es Zeit und vor allem fachliche Kenntnisse benötigt. Aber auch finanzielle Mittel sind notwendig, um das Umfeld zum Gendercamp so zu gestalten, dass der Begriff „Barrierefreiheit" sich nicht nur auf Rollstuhlfahrer_innen oder blinde/sehbehinderte Menschen beschränkt, sondern ein weites Feld öffnet, das unterschiedliche Wahrnehmungen von Barrieren minimiert.

 

Protokoll: Hierarchien im Netz

           I.     Fragen:

Ø  Welche Chancen bietet das Netz und wo liegen diese?

Ø  Inwiefern ist das Netz eine Möglichkeit Freiräume zu schaffen, die in der analogen Welt nicht möglich bzw. schwieriger zu gestalten sind?

Ø  Inwiefern spiegelt es Ungleichheitverhältnisse und Hierarchien der analogen Welt wider? Oder verschärfen sich die Hierarchien im Netz sogar?

Ø  Wenn, welche Gegenstrategien lassen sich denken und umsetzen? Welche gibt es schon?

         II.     Hierarchien – Wie sieht es im Netz aus?

Im Netz werden gesellschaftliche Hierarchien reproduziert. Das Netz ist nicht losgelöst von offline Lebensrealitäten und gesellschaftlichen Strukturen, die jede_n unterschiedlich verorten.

Wie können Hierarchien aufgebrochen werden und um welche geht es ganz konkret?

Ø  Finanzielle Hierarchien: Wer hat Zugang zum Rechner? Selbst wenn ein Rechner vorhanden ist, gilt die Frage, ob der Zugang zu Rechnern möglich ist. Frauen, die Opfer von sexueller_häuslicher Gewalt sind, ist der Zugang oft nicht möglich. Ein Aspekt von häuslicher Gewalt ist die Ausübung von Macht und Kontrolle über die Partner_in/ Frauen, so dass sie kaum/nicht im Netz kommunizieren können.

Ø  Zeit: Wer hat die Ressourcen dafür?

Ø  Repräsentation: Wer ist im Netz unterwegs, wer wird gehört und wer nicht?

Beobachtungen:

o   Es sind wenig lesbische Blogs zu finden

o   Sind tatsächlich mehr Männer als Frauen im Netz unterwegs? Auf der anderen Seite sind auch mehr Frauen bei Twitter zu finden. Woran liegt es, dass Männer präsenter erscheinen?

o   Mehrheitlich weiße, akademische Räume

o   Barrieren im Zusammenhang mit Behinderung

Ø  Wissenshierarchien und Textkompetenz

o   Affirmation von Normen und Bonding: Gruppendynamik und gemeinsame Wissens- und Kommunikationssprache

o   Einwand/Einschränkung: In akademischen Räumen kann Textkompetenz wichtig sein, in anderen Subräumen ist dies vielleicht nicht erforderlich oder zumindest keine große Hürde für Teilnahme

Ø  Unsicherheiten: „Wer sind die Anderen? Ist meine Meinung relevant?“ Im Netz spiegelt sich auch die Konditioniertheit wider (#Marginalisierung #Geschlechterrollen): „Diejenigen, die drinnen die lautesten sind, sind auch draußen die lautesten“, „Wer traut sich?“

Ø  Medienkompetenz: „Diejenigen, die mitmachen wollen wissen nicht wie“: Welche Sprache? welches Medium? Unsicherheit mit Medium und Sorge: „Das Netz vergisst nichts“

        III.     Partizipation und Un_Sichtbarkeit

Ø  Machtstrukturen: Wer befindet sich innerhalb
eines Kommunikationsraums?

Ø  Anonymität: „Ich will teilnehmen und nicht sichtbar sein“

Ø  Un_Sichtbarkeit im Zusammenhang mit DIY (Blogs, etc.): Themen, die nicht wahrgenommen werden und in denen auch viele Frauen aktiv sind. Was wird als wichtig erachtet und was nicht?

       IV.     Ambivalenzen im Netz

Ø  Formale Machposition: Admin-Funktion als Hindernis sowie als Chance: Einerseits ist die Funktion wichtig um Räume zu schützen vor allem in feministischen Kontexten. Andererseits kann ein Admin die Autorität haben den Eintritt zu verwehren, Kommentare zu löschen/zulassen (Bsp. Diskussionskultur: Frauen in der Wikipedia)

Ø  Quantität = Qualität? Wer hat wie viele Follower? Wer tweetet viel? Durch die Anzahl der Follower wird eine Hierarchie erstellt: Je mehr, desto mehr Wissen oder Glaubwürdigkeit wird der Person zugesprochen (?)

        V.     Gleichzeitigkeiten und Gegenstrategien

Ø  Offline-Räume schaffen, um Medienkompetenz zu fördern

Ø  Gleichzeitigkeiten im Internet: Hierarchien und Barrieren können gleichzeitig im Netz flacher sein. Genauso können sie das Gegenteil bewirken

Ø  Marginalisierte Stimmen sind da, werden jedoch autorisiert: Dabei stellt sich die Frage: Wer kann wem eine Stimme erteilen? Dialektik ist sichtbarer und dynamischer im Netz

       VI.     Überlegung: Online-Redelisten für Twitter

Quotierte und balancierte Redelisten – wie sie auf dem Gender Camp in den meisten Sessions benutzt werden- auch im Netz anlegen.

Technische Idee:

Die Maske verändern, so dass die Twitter-Timeline im Sinne einer balancierten und quotierten Redeliste die tweets wider gibt. Oben abwechselnd erscheinend also abhängig von:

Option A: Abhängig von der Anzahl der Follower der Person

Option B: von Anzahl der tweets

Wichtig: Eigenes Verhalten im Netz kritisch hinterfragen. Was für Dynamiken gibt es dort? Wissen und Reflexion auch in online Strukturen schaffen 

To Do: Verabredung zum Thema: „quotierte und balancierte Redelisten für Twitter“

Protokoll: Moderierte Plena über IRC-Chat

Moderierte Plena über IRC-Chat

1)Vorgeschichte: Wie kamen wir auf das Thema?
2) Konzept vorstellen
3) Erfahrungen
4) Ideen/Anregungen: Was kann damit nach dem Gendercamp passieren?

zu 1)
awareness-arbeit fürs Gendercamp wurde im Vorfeld von verschiedenen
Städten aus organisiert. Die Involvierten konnten sich nicht IRL
treffen, deshalb erstes Treffen in einem IRC-Chat von indymedia. Dort
gibt es schon einen #gendercamp Channel aus den Vorjahren. Neue Channels
kann mensch einfach anlegen mit /join #channelname. Es gibt diverse
IRC-Server, wo das möglich ist.

Erster Chat war unkoordiniert. Dann: Reizüberflutung, alle posten
schnell ihre Gedanken, andere überlegen länger -> ganz ähnlich wie in
Offline-Runden, sehr hohes Tempo.

Channel/Raum ist im IRC technisch vorstrukturiert (wer hat welche Rechte?)

Es gibt aber kaum Anregungen für moderierte Online-/Chat-Plena, die dem
in etwa entsprechen, was wir von Offline-Plena kennen – die
awareness-Vorbereitungsgruppe hat sich also was ausgedacht.

zu 2)
Moderation/Redner_innenliste

* Protokoll durch eine Person im Etherpad

* Terminvereinbarungen über Doodle (erst 1x, später dann 2x wöchentlich)

* versuchen, Zeitpläne zu machen: ein Ende vereinbaren, wer wann weg
muss, um wichtigste Punkte bis dann bepsorchen zu haben.

* Die Zeichen:

. Wortmeldung

? direkte Nachfrage

! direkte Antwort/direkter Einwurf

+1 Zustimmung

-1 Ablehnung/stimme niht damit überein

_ Enthaltung/ich kann mir gerade noch keine Meinung dazu bilden

“ende” Schluss des Redebeitrages signalisieren

* Moderator_in ruft diejenigen auf, die sprechen möchten, mit Namen. Wir
haben die Namen in späteren Chat verkürzt, um sie schnell/fehlerfrei
schreiben zu können. Wenn der eigene Name genannt wird, dann markiert
die Sofwtare, das mensch angesprochen wurde.

* Anmerkung: Chat clients können auto-completion, also die Namen der TN
vervollständigen.

* balancierte Redeliste verwendet

* Wenn gleichzeitig direkte Nachfrage und direkte Antwort angemeldet
werden: Mod. fragt nach oder nimmt der Reihe nach dran.

* “Offizielles Ende” des Chats kundtun.

Nachfrage: Wie war das technisch?

Technische Möglichkeiten von IRC wurde nicht genutzt. Software könnte
viel mehr (Zustimmungen sammeln, Länge von Redebeiträgen errechnen,
Moderation nicht im Hauptfenster), sie müsste für diese Zwecke verändert
werden. Versuch, ohne viel Hintergrundwissen offline-Praktiken
abzubilden, keine Zeit, sich erst dann mit IRC-Hintergrundwissen zu
beschäftigen. Kommunikation ist ein Awareness-Thema, deshalb war es auch
gut, das explizit auszuhandeln.
Zwischen den Chats gab es Mailaustausch (Doodle-/Termin-Hinweise,
wichtige Ergebnisse des letzten Chats)

zu 3)
hat insgesamt gut funktioniert
Idee war auch noch: Runde mit klarer Frage, alle sagen was -> kaum genutzt

Beiträge vorschreiben (zb in einem Texteditor), bis mensch dran ist,
weil Tippen/Ausformulieren lange dauert. Es entstehen oft Wartezeiten.
Interessante Erfahrung, jemand kommt dran und es passiert erstmal nichts.

Es gab teilweise technische Probleme: Menschen kamen nicht über das
Webinterface in den Chat oder flogen mittendrin raus.
Anfangs eher 8 Leute, am Ende eher 6. Ein praktisches Problem:
Internetzugang stand nicht allen immer zur Verfügung.

Konzentration am Abend, das haben nicht alle! Chat-Plenum ist für die
ungewohnt, die solche Technologien sonst wenig oder gar nicht nutzen.

Unterschied online/offline-Plena: Eher ergebnisorientierte Diskussion.
Nur bei einigen wichtigen Punkten kamen am Schluss noch längere
Diskussionen zur eigenen Gruppendynamik, wenn als sehr wichtig empfunden.

zu zweit an einem Ort zu sitzen, war hilfreich, um zb Moderation schnell
weiterzugeben. (Es war aber auch im Chat möglich, Aufgaben wieder
abzugeben.)

2 Bildschirme waren sehr gut dafür (1x Chat und Editor, 1x Browser mit
Pad zb)

Beiträge vorfurmulieren -> geht das? Sie passen nicht imm genau, wenn
mensch dann dran ist.

Plena sind auch offline anstrengend. :)

Mensch kann nebenher essen, rauchen oder im Zimmer rumlaufen, ohne dass
es stört.

Eindruck einer zeitweise teilnehmenden Person: hat gut funktioniert,
aber Kapazitäten-Problem.

Profeministische Männergruppe??

Sonntag, 14:15 Uhr Gendercamp 2012

Anlass, Schilderung des Interesses:
- Ansschlusspunkt war die Diskussion in einer Gruppe, die sich
regelmäßig trifft(nfbb – netzfeministisches Biertrinken Berlin), die
Gruppe auf FLT zu beschränken
Dies geschah als Reaktion auf starken männlichen Andrang
“an sich prima, aber dann kann ich in diesem Raum als [cis-]Mann* dort
nicht anwesend sein”, FLT*-only-Räume sind prinzipiell unterstützenswert

Es fehlte ein Raum für Männer* feministisch zu arbeiten ohne sich in
bestehende Räume hineinzudrängen.
ein Raum, in dem in erster Linie Männer* feministisch arbeiten,
Nicht-Männer* sollen nicht ausgeschlossen werden
Tätigkeit in dem in Überlegung stehenden Raum wäre weniger das eigene
Reflektieren und suchen von Positionen sondern Arbeit an der Vebreitung
und Unterstützung der relevanten feministischen Positionen
anfangs Wunsch nach ergebnisorientierter Arbeit auf vorhandenen
theoretischen Grundlagen, ohne daß ständig Basics diskutiert / neu
erarbeitet werden müssen
Es stellt sich dann schon die Frage, wer sind dann Männer*, ein Gedanke
war, dass das alle sein können, die von männlichen Privilegien
profitieren können.

Es erschien in der nahen Vergangenheit allerdings auch zunehmend als
sinnvoll”emotionale Reproduktionsarbeit” in dieser Gruppe zu erledigen,
damit nicht Frauen* das tun müssen
Der Raum sollte ein feministisches Grundverständnis vorraussetzen.
Es kann wirklich sinnvoll sein einen Raum zu haben um nicht nur auf
Basic-Niveau arbeiten zu können
Es kann gut sein, dass ein solcher Raum dazu führt, dass sich die
Teilnehmenden für total reflektiert halten
Vorschlag: in großen gemischten Gruppen Untergruppen zu bestimmten
Themen einzurichten

Cool könnte sein, wenn die Männer*gruppe dann auch Kinderbetreuung auf
feministischen Veranstaltungen übernimmt

Interventionen in männlich dominierten Räumen?
scheitert oft daran, daß ständig Basics neu geklärt werden müssen; diese
Interventionen im Alltag müssen ohnehin/trotzdem geschehen
in gemischtgeschlichtlichen feministischen Räumen so zu intervenieren,
daß der Raum nicht von Männern* dominiert wird

Argumente für Männergruppen:
in gemischten Gruppen wird emotionale Reproduktionsarbeit (Menschen
trösten etc.) hauptsächlich von Frauen* geleistet, Männer*gruppen
könnten dieses Phänomen evtl. verändern
gegenüber Maskulisten könnte eine Männergruppe eine andere Autorität
haben als eine gemischte Gruppe

Bedenken:
Kommunikationsstrukturen müssen auch in gemischten Gruppen verändert werden
Zersplitterung der Bewegung, große Gruppen können evtl. mehr bewirken

nur mit coolen Männern gemeinsam was machen wollen -> “dann brauche ich
mich nicht um die Entwicklung meiner Persönlichkeit, Kritik etc. zu kümmern”
wir müssen uns trotzdem damit auseinandersetzen: “wer sind wir
eigentlich, wie können wir die Reproduktion von
Geschlechterverhältnissen überwinden”

Problematik:
Männergruppe wird evtl. mehr wahrgenommen, nimmt Frauen*/FLT* eventuell
Aufmerksamkeit weg
mögliche Ansatzpunkte:
wenig ‘repräsentative’ Arbeit übernehmen, z.B. in Kommentarspalten
Diskussionen bis zum Ende führen, Kinderbetreuung (z.B. auf politischen
Veranstaltungen) organisieren & übernehmen
Es könnte damit auch in sofern umgegagen werden, dass wenn es zu
Öffentlichkeit kommt, dann an feminisische Gruppen verwiesen wird.

Speziesismus aus intersektioneller Perspektive

Dieser Inputvortrag ist vor allem eine Zusammenfassung v. Birgit
Mütherichs„Speziesismus, soziale Hierarchien und Gewalt“ basierend auf
einem Vortrag, den die Autorin auf dem Tierrechtskongress in Wien
(September 2004) gehalten hat.
Einleitung
- Als „naturgegeben“ dargestellte Hierarchien gibt es seit der Antike
- beziehen sich vor allem auf Dualitäten
- Konstruktion v. „Gut“ – „Böse“, „Natur“ – „Kultur“, „Mann“ – „Frau“,
„Schwarz“ – „Weiß“ etc.
- in den letzten Jahren Tendenz v. Emanzipatorischen Bewegungen die
Unterdrückung v. Lebewesen aufgrund der Nichtzugehörigkeit zu menschlichen
Spezies auch als Unterdrückungsstrategie anzusehen (→ Speziesismus)
Grundelemente der westlichen Kultur: Hierarchie und Herrschaft
- „naturliche“ Hierarchien als Basis
- durch Industrialisierung „Perfektion“ v. fast jeglicher Form von Ausbeutung
- nicht „natürlich“, siehe Vergleich egalitäre nicht-monotheistische
süd/ostasiatische Kulturen
Speziesismus
- „Tiere“ sind die niedrigste Stufe der Hierarchieleiter (nach Max
Horkheimer)
- nicht mal Teil des sozialen Systems, sondern materielle Ressource
- Richard D. Ryder prägte den Begriff „Speziesismus“ in den 1970-er Jahren
- Analog zu Rassismus/Sexismus beschreibt der Speziesismus in erster Linie
die ethische und moralische Ungleichbehandlung bzw. Nichtberücksichtigung
von Lebewesen auf Grund ihrer
Spezieszugehörigkeit. Aus soziologischer Sicht erfasst der Begriff den
Tatbestand der institutionalisierten und im industriellen Maßstab
realisierten systematischen Kontrolle, Unterdrückung, Ausbeutung und
Tötung von Individuen auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer
bestimmten Spezies bzw. – allgemein – ihrer Nichtzugehörigkeit zur
menschlichen Spezies.
Nach Albert Memmi analog zu seiner Rassismusdefinition
1. Die nachdrückliche Betonung von tatsächlichen oder fiktiven Unterschieden
zwischen der Speziesist_in und seinem_ihrem Opfer.
2. Die Wertung dieser Unterschiede zum Nutzen der Speziesist_in und
zum Schaden seines_ihres Opfers.
3. Die Verabsolutierung dieser Unterschiede, indem diese verallgemeinert
und für endgültig erklärt werden.
4. Die Legitimierung einer – tatsächlichen oder möglichen – Aggression
oder eines – tatsächlichen oder möglichen – Privilegs.
Tier-Begriff und Mensch-Tier-Dualismus
- Tier-Begriff als biologische Kategorie besitzt Legitimität, sonst höchst
problematisch
- Tiere haben gemeinsame Merkmale wie z. B. Sinnesorgane
- Zu Tieren gehören enorm viele Lebewesen
- Jedoch werden gegenüber aller Empirie und Logik Menschen in der
gesellschaftlichen Vorstellung nicht als Tiere angesehen
- Abwertung im alltagssprachlichen Zusammenhang (Schimpfwörter,moralisch
Verwerfliche, Schmutzige, Abartige, Minderwertige z.B. „wie ein Tier“)
- Tierliche Individuen können ihre Rechte gar nicht erst verlieren, da sie
keine haben siehe z.B. Ausdrücke wie: “erschlagen wie ein Hund”,
“abgestochen wie ein Schwein”
- Verschleierung d. Gewaltverhältnisses durch Begriffe wie „Ernte“ für
Tötung v. „Pelztieren“, „verenden“ statt „sterben“
Kulturgeschichtliche Hintergründe
- Beginn Domestikation v. 10000 Jahren
- aber v.a. Durch Christentum
- während im Buddhismus eher Gesamtwirklichkeit betrachtet wird, sind
monotheistische (judisch-christliche) Religionen hierarchisch
→ männlicher Schöpfergott, „natürliche“ gottgegebene Ordnung, Dualismen
- Tier als Böse, Gott-fern, Anti-menschlich
- Gott ↔ Satan, Mensch ↔ Tier, → Seelenlosigkeit, Vernunftmangel,
Determiniertheit, Triebhaftigkeit und Sterblichkeit
- Damit konnten auch alle Menschengruppen, denen Vernunftmangel,
Sittlichkeitsdefizite,
Triebleitung, und damit eine wesensmäßige “Naturnähe” zugeschrieben
wurden, als weitgehend rechtlos und als zu beherrschende Subjekte bzw.
Objekte betrachtet werden.
- Durch Idealismus seit Aufklärung Dualismen wie Geist versus Natur, Seele
versus Körper, Mensch versus Tier
- Mensch als Krone der Schöpfung
Speziesismus als (auch) menschenbezogenes Deklassierungsschema
- durch Dualismus → zivilisatorisches Erziehungsprogramm
- ähnlich Kolonialismus, Missionierung → weltanschaulich-ideologischen
Überzeugungen “nach innen” und Rechtfertigungsmustern “nach außen”.
- Feindbilder, psychologische Kriegsführung
- schwarze Menschen wurden millionenfache Opfer im Namen der
“zivilisierten Welt” geführten Kampfes gegen das vermeintlich
“Naturhafte”, Rückständige, Unberechenbare und Gefährliche. Ihnen
gegenüber dominierte das eurozentrische Bild vom “tierhaften, ungezügelten
‚Schwarzen’”, das die weißen Kolonialherren zwischen dem 16. und 18.
Jahrhundert als ideales Propagandamittel zur Legitimation des
transatlantischen Sklavenhandels entwarfen. häufig mit
Tieren bzw. dem “Tierischen”, z. B. “Äffischen” in Verbindung gebracht.
- Frauen, als naturnah, leichtfertig, zügellos, unmoralisch, sündhaft
- Analogien: Jagd, Beute, „Luder“, tierbezogene Kosenamen („Häschen“,
„Mieze“ etc.)
→ metaphorische Instrumentalisierung und Demonstration von Überlegenheit.
- dualistischen Zuordnungen Geist = Mann = Subjekt versus Materie = Frau =
Objekt entspricht auch der geschlechterbezogene Gegensatz aktiv versus
passiv. Männer als Jäger, Frauen als Fleisch
Zusammenfassung
- „Natürlichkeits“argumente sollten zumindest als stark problematisch
angesehen werden
- Die Verflechtungen dieser Unterdrückungsmechanismen sind noch nicht so
sehr untersucht und bieten eine gute Möglichkeit Diskriminierugnsformen in
einen Kontext zu setzen und die Befreiung aller Lebewesen voranzutreiben.

Weiterführende Literatur
www.tierrechtskongress.at/2004/beitraege/speziesismus_muetherich.pdf

Digitales Identitätsmanagement oder: Wo bin ich wer?

Anrede:
Eben war ja eine abstraktere Betrachtung jetzt eher die konkretere Frage nach dem “wer bin ich”? Gerade im Bezug auf Pseudonyme, Anonyme und digitale Identitäten.
Erst pseudonym geblogged, dann für den beruflichen Kontext den Bedarf für etwas vorzeigbareres gesehen.

Vorstellungsrunde:
   *
  •  benutzt verschiedene Identitäten für verschiedene Kontexte die aber stark getrennt sind.
  • berufliche Identitäten liegen brach.
    *
        * niemals eindeutige Nickname
        * mochte nicht, dass mensch ihn über die verschiedene Netzwerke hinweg finden kann
        * andere können sich unter dem bürgerlichen Namen mehr vorstellen
    * acid:
    * 
        * lange Zeit auf der Suche nach einem Künstlernamen, dann irgendwann gefunden
        * steht inzwischen auch am Briefkasten
        * ist einfach alles unter dem gleichen Namen zu haben
        * ist auch schon kompliziert genug mit den ganzen Passwörtern
        * verfließt immer mehr.
    *:
        * hat zu dem gegebenen Namen eher das Problem der unverwechselbarkeit
        * mochte Pseudonyme schon von den 90ern
        * ist genervt von sozialen Netzwerken die auf den bürgerlichen Namen bestehen
        * findet alternative-Realitätenmanagement immer schwieriger
    * 
        * hatte einen Hauptnick der nicht mehr so gut gefunden werden möchte
        * findet das praktisch, wenn man Informationen über andere heraus finden kann
        * findet alternatves ReaMag auch schwer
    * 
        * Twitternick der zuviel über das was sagt
        * wird aber trotzdem gefunden
        * Anreiz der Steuerung der Präsentation
    *
        * hat drei digitale Identitäten
        * alten Nick abgelegt weil Teenager
        * wird langsam schwieriger
        * sieht auch das Problem des nachweisens von Stuff in Internet
        * hat auf Facebook 5 verschiedene Listen
    * 
        * findet Identitätsmanagement auch schwierig
        * früher unter Klarnamen (sic!)
        * dann bloggen unter Anonym
        * überlegt über zweiten Facebook-Account
        * traut sich nicht pol. Kommentare abzugeben
    * 
        * bewundert eindeutige digitale Identitäten
        * möchte gerne einen Beruf machen wo sie sein könnte wie sie ist
        * arbeitet im Social Media Bereich
        * war auf dem CommunityCamp die einzige ohne Nachnamen auf dem Namensschild

Diskussion:
acid empfielt Passwortmanager ( http://keepass.info/ ) und spricht sich für soziale Verantwortung.
* jemensch benutzt Passwortschlüssel und will in der aktuellen sozialen Lage nicht so öffentlich erscheinen.
* wunsch nach veränderung durch vorleben
* frei bewegen durch privilegien
* negative Konsequenzen drohen

Danach fiel leider das Internet aus und das Protokoll ging verloren.

‘weibliche’ Arbeit im Netz – Beispiel Craftblogging

* Strickgruppen nicht als Anti-Emanzipatorisches Element.
* Teilnehmer*in postet auch nicht zu weiblich *konnotierten Themen.
* Problem des Zeitmanagements: wenn mensch sich nur mit Pflege der Bude
beschäftigt gibt es keine Zeit zum beschäftigen mit politischen Themen.
* Craftblogs, mit politischen Themen machen das über Nachhaltigkeit.
* Crafting früher als Notwendigkeit, heute oft als Lifestyle
* DIY als antikapitalistisches Element bzw zum Skillsharing (Andere Art
des Lernens und Lehrens)
* Craftblogging macht es anderen leicht, weibliche Blogger_innen die zu
Politik bloggen als in weibliche Rollen passend wahrzunehmen
* “männliches” basteln bevorzugt um das Bild nicht aktiv zu
reproduzieren, Gefahr der unpolitischen Deutung
* Crafting als Weg für Frauen, um „weiter zu stricken“ mit politischem
Anspruch
* Grundlagen der Handarbeit wurden in der DDR in der Grundschule allen
beigebracht
* Handarbeitslehre wird skeptisch betrachtet, wenn sie von Männern* ausgeübt
* Rechtfertigungsstrategien: “Das ist nur mein Hobby, das ist gar nicht
politisch” oder „Das ist politisch weil DIY …“
* Beispiel vom Wolladen als geschlechtlich sortierter Raum
* Gesellschaftliche Tendenz zu stärkeren Trennung der Geschlechter durch
Deutung als Hobby und nicht als Notwendigkeit
* Trennung in wichtigen Themen und Hobbies
* weiblich konnotierte Tätigkeiten werden als irrelevant gedeutet,
Anfechtung dieser Einschätzung problematisch
* Handarbeit wird als relevanter eingeschätzt durch kommerzielle Verwertung
* Empfehlung des Ignorierens dieser Einschätzung, Empowerment zur
besseren Wertschätzung eigener Arbeit sinniger
* Vertrieb von Handarbeitszubehör nur als Nebenerwerb betrieben
* Preispolitik auf Dawanda: Hochaufwändige Produkte werden für kaum mehr
als den Materialwert verkauft – Bild der „Bastelmami“
* Handarbeitsprodukte, die nicht weiblich konnotiert werden werden zu
einem ganz anderen Preis feil geboten
* Bild der „Bastelmami“ ist eigentlich erstrebenswert: Arbeiten aus
Leidenschaft, …; leider in kapitalistischer Realität hochproblematisch
* Preispolitik zerstört den Markt für jene, die ihre Arbeit zu gerechten
Löhnen anbieten wollen
* Arbeit wird nicht als Existenzerhaltend wahrgenommen

**Links: **
http://knitty.com – Beispiel für ein Strickmagazin mit kostenlosen
Anleitungen, in dem Menschen verschiedenster Körpermaße als Models
gezeigt werden
http://theanticraft.com – Anleitungen für sinistre, irritierende
Handarbeiten

Wie das was wir sind, (nicht) damit zusammenhängt, wer wir sind, und was das für Beziehungen+Diskurse im Internet bedeutet.

Anrede von Session-Initiatorin, Erwähnung von Intensivierung von Bezügen zu Menschen über mehr Infos zur Körperlichkeit/sexuellen Orientierung und dem gay girl from damascus.

Diskussion:
  • Bestätigung von Intensivierung der Beziehung zu einzelnen durch 
  • nicht omnipräsentes “was” im Netz als Chance
  • automatische Ergänzung der Vorstellung durch Rezipient*innen mit Default-Werten
  • Das “was” als Motivationsfaktor für die Netznutzung
  • Identitätsklau als Belegung der Positionen von marginalisierten Personen
  • Infragestellung des einfachen Identitätswechsels im Internet, das Internet vergisst nichts
  • Analog und Digitales eigentlich ziemlich gleich im Identitätsspiel, Meatspace täuscht nur mehr Essenz vor
  • Das Netz wird vielleicht “weißer” wahrgenommen als gedacht, da nicht konotiertes 
  • Im Analogen leben zeigen wir viel davon was wir sind. Über Kleidung und so
  • Es sind viele Informationen über uns zu sehen
  • Im Internet ist das nicht so, erstmal ist von uns nichts zu sehen
  • Es lassen sich auch falsche Fährten legen
  • Im Analogen sehen wir nicht was die Leute sind, sondern wir glauben etwas über die Personen zu wissen
  • Im Analogen können wir auch die Kleidung wechseln
  • Im Internet können wir auch bestimmte Sachen, wie Bildungsgrad ‘erkennen’
  • Authentizität ist im Internet unter Umständen ein eigener Wert
  • Auch in der analogen Welt können wir unterschiedliche Rollen einnehmen
  • Aus der Perspektive der politischen Ideengeschichte von Frauen ist es schon wichtig zu wissen, dass die Ideen von Frauen kommen
  • Es kann gut sein, dass im Internet eher default-Werte angenommen werden, also männlich weiß…
  • Zeigt sich im Internet vielleicht schon länger, dass das was und wer zusammenwächst
  • Frage: warum wird denn in analog und digital unterschieden, hat es vielleicht etwas damit zu tun, dass wir im Analogen einen Körper als Referenz haben??
  • Denken in der Kategorie “echt” in Frage stellen. Kontinuität im Echtheitsbegriff infrage zu stellend.
  • Ist denn mit dem Analogen wirkliche eine Echtheit, Authentizität verbunden??
  • Körper in’s Spiel zu bringen nicht verkehrt und schon konstituierend. Körper lassen sich nicht bis in’s kleinste dekonstruieren. Wir lebe in einer sozialen Welt und verschiedene Körper bekommen verschiedene Privilegien zugewiesen.
  • Die Körperlichkeit bleibt aber wichtig, weil sie Referenzpunkt für soziale Verhältnisse ist
  • Die Körperlichkeit kann nur egal sein, wenn die Privilegien dafür da sind

BDSM und Feminismus – Diskussionssession für FLT*

BDSM und Feminismus – ein unvereinbarer Widerspruch?

Wichtig vorweg: genau wie es nicht nur einen Feminismus gibt, gibt es
auch unterschiedliche Strömungen, Ansichten, etc. im BDSM – nie einheitlich

Wenn wir in dieser session von BDSM reden, reden wir immer von
konsensuellen Beziehungen!

Natürlich ist BDSM nicht losgelöst von der Gesellschaft

Nicht alle Menschen die BDSM tun, verorten sich in der Szene

Bemerkung dass es schade ist, dass außerhalb der BDSM-Szene kaum
Verwendung von safe-words gibt

Streitpunkte:
reproduzieren von Rollenbildern und Machtstrukturen
“Slutshaming”
Selbstbilder; Konfrontation von Selbstdefinition als Feministin und
BDSM’lerin
heißt Devotheit gleich Schwäche?
wie können Machtstrukturen “kontrolliert” werden?
Wie kann Konsens im BDSM hergestellt werden?

Safe word:
unterschiedliche Bedeutungen, Anwendungen
- safe word, das eine Gruppe von Menschen untereinander ausmachen,
unterbricht alles ohne Gegenfrage
-”red” als szeneübergreifendes safe word – funktioniert nicht immer so gut
- “no” als safe word außerhalb von BDSM-Szenen
- ggf. ein safe word finden, dass nicht gesprochen wird

wichtig für Konsens: nicht nur Verlassen auf das safe word, sondern auch
vorher besprechen, was ok ist beim Sex, was eher nicht, absprechen, ob
während des Spiels Dinge nur mit Nachfrage geschehen

Reproduktion von Rollenbildern und Machtstrukturen:
wie kommt man damit klar, dass beim Spiel ganz klar mit Machtstrukturen
gearbeitet wird?
In mainstream Gesellschaft befindet man sich in Machtstrukturen, die man
sich nicht ausgesucht hat, beim Spiel hingegen sucht man sich die
Machtstrukturen aus, kann sie auch beenden
Aber können da nicht auch gesellschaftliche Machtstrukturen, die sich in
den Körper eingeschrieben haben, wirken? Ohne dass Menschen das selbst
realisieren?
Sexistische Spiele? Bspw cis-Männer feminisieren als Strafe/ Degradierung.
Devotes Verhalten wird als weiblich gesehen (nicht unbedingt personell,
aber den Zuschreibungen nach), dominantes als männlich
Was ist Fantasie, kann man Fantasie als einen Raum sehen, der losgelöst
ist von dem Rest der gesellschaftlichen Strukturen?
Ist devot sein nicht viel machtvoller als jede marginalisierte Rolle in
der Gesellschaft? Hier werden Grenzen, Rollen von devoter Person festgelegt
Wieviel Bedeutung wird dem Ganzen eigentlich zugemessen? Ich will doch
nur spielen vs. die Kritik ist wahnsinnig interessant

Wichtig, sich immer zu reflektieren. Es kann sehr empowernd sein,
Klischees nachzuspielen, wenn man sich darüber bewusst ist. Aber es gibt
kaum einen Diskurs darüber
aber selbst wenn wir uns reflektieren – warum spielen wir diese
(geschlechterstereotypen) Rollen denn so gerne aus?

Antwort auf Nachfrage: häufig (und geschlechterunabhängig) gibt es viele
Menschen, die als devot anfangen und sich dann dominant ausprobieren –
mehr über sich selbst herausfinden?

Unterschiedlicher Umgang mit Selbstreflektion in heterosexueller und
queerer Szene